Sich das Zillertal auf der Zunge zergehen lassen
Heute Abend stehen auf der Speisekarte der Tourismusschulen in Zell am Ziller nur Speisen, die aus Zillertaler Produkten bestehen.
Von Eva-Maria Fankhauser
Zell a. Z. –Maultaschen von der geräucherten Forelle, Ragout vom Tuxer Berglamm oder Bauernbrot mit luftgetrockneten Hochalpen-Angus-Chilibeißern – so lecker und regional wird es heute Abend bei den Zillertaler Tourismusschulen in Zell. Monatelang haben sich die Schüler vorbereitet und eine ganz spezielle Speisekarte erarbeitet.
„Um den Schülern die Bedeutung von regionalen Produkten näherbringen zu können, ist normaler Theorieunterricht oft zu wenig“, sagt Fachvorstand Peter Dornauer. Er erhielt eine Einladung der Agrarmarketing für einen Wettbewerb zum Thema „Regionalität“. Daraus entstand die Idee für dieses Projekt.
Im ersten Schritt wurden Rezepte kreiert, die ausschließlich aus Zillertaler Produkten hergestellt werden. Im zweiten Teil wurde es dann für die Schüler spannend. Sie durften bei verschiedenen Betrieben hinter die Kulissen blicken, mitarbeiten und ihre eigenen Speisen machen. „Ich denke, wirkliche Wertschätzung für regionale Produkte und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus können wir nur erreichen, wenn wir den Schülern zeigen, wie und wo die Produkte entstehen und welche Menschen hinter dem einzelnen Produkt stehen“, sagt Dornauer.
Rund 150 Schüler aus fünf Klassen waren am Projekt beteiligt. Vom Fischausnehmen, Hühner- und Bienenzucht, Herstellung von Milchprodukten bis hin zum biologischen Anbau von Kräutern und Gemüse war alles dabei. Auch die Getränke kommen aus dem Tal. Die Schüler schauten beim Bierbrauen zu, lernten, wie man Obstsorten veredelt, und rösteten ihren eigenen Kaffee.
Heute Abend eröffnen die Schüler als Höhepunkt des Projektes ihr „Zillertaler-Genuss-Lokal“. Das Lokal hat zwar nur einen Abend geöffnet, aber das Ziel wurde erreicht. „Die Schüler waren mit viel Freude dabei. Ein bis zwei Stunden am Bauernhof bringen sichtlich mehr als ein halber Tag in der Schule“, resümiert Dornauer.
Alle Speisen gibt es in einem eigenen Rezeptheft zum Nachkochen. Denn die Schüler hoffen, dass das ein oder andere Gericht auf der Speisekarte eines Zillertaler Gastronomiebetriebes landet. Es solle eine engere Zusammenarbeit zwischen den Gastronomen und der Landwirtschaft entstehen.