Unerwünscht - Montenegrinischer Politiker aus Russland verwiesen

Podgorica/Moskau (APA) - Erhöhte Spannungen zwischen Russland und Montenegro, das seinen NATO-Beitritt Anfang Juni abschließt: Der montenegr...

Podgorica/Moskau (APA) - Erhöhte Spannungen zwischen Russland und Montenegro, das seinen NATO-Beitritt Anfang Juni abschließt: Der montenegrinische Politiker Miodrag Vukovic, ein Spitzenfunktionär der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), ist auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo als unerwünschte Person angehalten worden und durfte nicht wie geplant weiter in die weißrussische Hauptstadt Minsk reisen.

Vukovic wollte über Moskau zu einem Treffen der Zentraleuropäischen Initiative nach Minsk reisen, als er laut Medienberichten angehalten wurde; er habe nach einer Nacht unter unmenschlichen Bedingungen nach Podgorica zurückkehren müssen, hieß es. Vukovic sei klargemacht worden, dass er sich auf einer Liste von Montenegrinern befinde, die in Russland nicht willkommen seien, sagte Vukovic selbst gegenüber Medien in Podgorica nach der Rückkehr in die Heimat.

Rund um den NATO-Beitritt Montenegros hatte es schon früher schwere Irritationen mit Russland gegeben. Die montenegrinische Regierung beschuldigt Moskau, hinter einem Putschversuch im Oktober des Vorjahres zu stehen. In diesem Zusammenhang läuft in Montenegro in Abwesenheit ein Prozess auch gegen zwei russische Geheimdienstmitarbeiter; sie sollen die Putschistengruppe koordiniert haben.

Vukovic hatte die russische Politik gegenüber Montenegro scharf kritisiert. Montenegro wird am 5. Juni offiziell neues NATO-Mitglied.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA131 2017-05-29/11:06