Maduro macht Opposition für Tod eines Ex-Soldaten verantwortlich
Caracas (APA/AFP) - Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat oppositionelle Demonstranten für den Tod eines Ex-Soldaten am Rande der regierun...
Caracas (APA/AFP) - Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat oppositionelle Demonstranten für den Tod eines Ex-Soldaten am Rande der regierungskritischen Proteste verantwortlich gemacht. „Es ist ein Hass-Verbrechen“, sagte Maduro am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernsehsendung im Staatssender VTV.
Der 34-jährige frühere Leutnant der Nationalgarde war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Samstagabend in der Stadt Cabudare im Westen Venezuelas von mehreren Angreifern verprügelt und erschossen worden. „Er wurde von einer Gruppe von Kriminellen, Mördern, gewalttätigen Demonstranten angegriffen, die ihn zusammengeschlagen und dann erledigt haben“, sagte Maduro. „Ist das politische Opposition? Es ist krimineller Terrorismus“, fügte der Präsident hinzu.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stand die Tat nicht in Zusammenhang mit den Protesten gegen Maduro. Medienberichten zufolge wurde der Ex-Soldat jedoch attackiert, weil er eine Gedenkfeier für einen getöteten Demonstranten fotografiert hatte. Die Angreifer hatten das offenbar für eine Bespitzelung gehalten.
Maduro gab den Oppositionsführern eine Mitschuld, weil sie den Angriff nicht verurteilt hätten. Tatsächlich hatten mehrere führende Oppositionspolitiker den Vorfall kritisiert. Vize-Parlamentspräsident Freddy Guevara sprach von einem Lynchmord. „Der Schmerz darf uns nicht zu dem machen, was wir bekämpfen“, schrieb er im Onlinedienst Twitter. Für Montag kündigte die Opposition weitere Protestkundgebungen an.
Die Opposition in Venezuela kämpft seit Monaten für eine Amtsenthebung Maduros. Sie macht ihn für die schwere Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land verantwortlich, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat. Der Protest richtet sich auch gegen eine geplante Verfassungsreform. Die Opposition wirft dem Präsidenten vor, damit seinen Machtanspruch festigen zu wollen.
Seit Anfang April gibt es nahezu täglich Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Dabei wurden rund 60 Menschen getötet. Zuletzt hatte die Behörden den Tod eines 20-Jährigen bei einer Demonstration in der Stadt Lecheria im östlichen Bundesstaat Anzoategui am Samstag vermeldet. Er gehörte der Partei des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo Lopez an.