Popmonat Juni - Festivals allerorts: Rock bis Elektronik lockt
Wien (APA) - Viel Freizeit im Juni? Abhilfe ist kein Problem: Die Liste der Musikacts, die in den kommenden Wochen Österreich einen Besuch a...
Wien (APA) - Viel Freizeit im Juni? Abhilfe ist kein Problem: Die Liste der Musikacts, die in den kommenden Wochen Österreich einen Besuch abstatten, ist nicht nur in punkto Quantität, sondern auch Qualität recht beeindruckend. Egal ob beim mittlerweile ziemlich poppigen Rock in Vienna-Festival, dem härteren Kollegen Nova Rock oder doch Einzelversuchen à la Coldplay - das Motto lautet: bigger is better.
Dass die Festivalsaison so richtig angezogen hat, offenbart nicht nur ein Blick auf das Thermometer: Am Pfingstwochenende heißt es ab auf die Insel, wenn das Rock in Vienna (2. bis 5. Juni) zum dritten Mal seine Zelte aufschlägt und u.a. mit den Toten Hosen oder Kings of Leon namhafte Bands im Programm hat. Den Metal-Anstrich vergangener Jahre will man heuer offenbar abstreifen, sind doch auch Rapper wie Macklemore & Ryan Lewis oder Mainstream-Kost wie Silbermond im Aufgebot. Der Aufschrei der kuttentragenden Gitarrenfans war groß, die Beruhigungsversuche der Veranstalter mäßig erfolgreich. Bleibt abzuwarten, ob Ausgabe Nummer vier realisiert wird.
Anders sieht die Lage beim burgenländischen Kollegen aus: Das Nova Rock (14. bis 17. Juni) ist aus der heimischen Festivallandschaft nicht mehr wegzudenken. Ewald Tatar und sein Team fabrizieren nahe Nickelsdorf jedes Jahr Unterhaltung auf höchstem Niveau, weiß man doch auch abseits der musikalischen Gustostückerl mit etlichen Angeboten und umfassendem Service zu überzeugen. Bandtechnisch setzt man heuer auf Altbewährtes: Tanzbares hat Fatboy Slim im Köcher, für die Punkhymnen sind Green Day und Blink 182 zuständig, die härtere Schiene wird von System Of A Down bedient. Und der Paradiesvogel am staubigen Gelände? Ist ein zweites Mal nach 2014 niemand Geringerer als David Hasselhoff.
Dass Festival auch anders, nämlich vorzugsweise indoor geht, beweisen das Spring Festival in Graz (14. bis 18. Juni) sowie das Heart of Noise in Innsbruck (2. bis 4. Juni): Ersteres steht für „Electronic Music & Arts“, wie aus der Selbstbeschreibung hervorgeht, und versteht sich folgendermaßen als Plattform für Clubkultur aller Arten. Das umfasst etwa Auftritte und DJ-Sets von Modeselektor, HVOB, Mavi Phoenix oder Meute. In Tirol hat man zwar ähnliches zu bieten, stellt aber auch den „Noise“-Aspekt gerne in die Auslage. Irgendwo zwischen Knöpfchendrehen, Avantgarde-Ästhetik und Knuspersounds tummeln sich dabei Jenny Hval, Samuel Kerridge, Forest Swords und Gas.
Noch nicht genug? Dann schmeckt vielleicht auch eine ordentliche Portion Pop mit radiotauglichen Gewürzen. Immerhin schaut Bruno Mars nach beinahe sechs Jahren wieder mal in Wien vorbei und entpackt seine Ohrwurmmelodien in der Wiener Stadthalle (3. Juni). Etwas mehr Platz brauchen die britischen Kollegen von Coldplay, die am 11. Juni mit ihrer Bombastshow das Ernst-Happel-Stadion zum Leuchten und Beben bringen. Das hat zwar mit dem gehaltvollen Indie-Rock ihrer Anfangstage nur mehr rudimentär zu tun, aber Chris Martin und Co sind auch im Superstar-Modus durchaus hörbar.
Alte Tage hochleben lassen, das kann das Publikum am 12. Juni in der Stadthalle, haben doch die Beach Boys eine Stippvisite angekündigt. Von der Ursprungsformation ist da immerhin Mike Love mit an Bord. Wer übrigens den streitbaren Kreativkopf Brian Wilson vermisst, hat am 20. Juli die Chance, selberorts eine neue Nostalgie-Runde zu drehen. Bis dahin kann man aber auch jungem Pop ein Ohr leihen, wenn Paramore in der Arena aufspielen (29. Juni), oder dem frühen Auftakt des Jazz Fest Wien beiwohnen. Der Konzertreigen hebt heuer bereits am 9. Juni ab, wenn Pianist Ludovico Einaudi seinen Vorjahresauftritt wiederholt - nur diesmal in der Stadthalle anstelle der Staatsoper. Oder man hat Lust auf Schauspielkunst im Musikergewand? Dann ist man bei Kiefer Sutherland richtig, der am 10. Juni die Bühne des WUK gegenüber den Fernseh- und Kinokameras bevorzugt, um dort Schrammelrock zwischen Blues und Country zu servieren.
Bleiben noch die Open-Air-Schmankerl in der Wiener Arena: Die haben nämlich wieder Saison und bringen beispielsweise am 8. Juni die US-amerikanischen Kultpunks von The Descendents auf die Spielwiese. Am 21. Juni feiern die deutschen Hip-Hop-Veteranen Freundeskreis eine kleine Revue mit großen Hits und schon am nächsten Tag gibt es Beats, Breaks und viel Herzblut, wenn US-Produzent Flying Lotus für einen seiner seltenen Auftritte in den ehemaligen Schlachthof kommt. Der Wunderwuzzi hat dabei auch seinen Kumpan Thundercat dabei - eine dicke Empfehlung drängt sich förmlich auf.