TirolBerg liegt der FPÖ noch immer im Magen
Die Freiheitlichen ließen es sich von LH Platter schriftlich geben, dass die „Blamage von St. Moritz“ sich nicht mehr wiederholt.
Innsbruck –Die Wintersaison ist vorbei, der TirolBerg in St. Moritz beschäftigt aber die Tiroler Freiheitlichen noch immer. Sie haben eine parlamentarische Anfrage an den Tourismusreferenten LH Günther Platter (ÖVP) gestellt. Nun liegen die Antworten vor. Es gehe darum, eine ähnliche Blamage wie beim Auftritt der Tirol Werber in der Schweiz zu verhindern, meint Klubobmann Rudi Federspiel. Selbst Touristiker und kein Freund von Tirol-Werbung-Chef Josef Margreiter. Dessen Rücktritt hat Federspiel schon mehrmals gefordert.
Mit „Blamage“ meint Federspiel nicht die Werbeplattform an sich, sondern die negative Berichterstattung und die Kulinarik. Wie berichtet, zierte ein „Innsbrucker Gröstl“ aus Deutschland, ein „Seefelder Wildragout“ aus Ungarn und eine Schnitzelsemmel aus Kroatien die Speisekarte. In der Schweiz muss die Herkunft der Lebensmittel ausgewiesen werden. Das kam den Tirolern dazwischen. Der Aufschrei der heimischen Bauern und der Jäger war riesig. Die Empörung unter einigen Touristikern groß, andere brachen die Lanze für die Marketingschiene der Tirol Werbung.
1,39 Millionen Euro hat der TirolBerg in St. Moritz gekostet, 710.000 Euro stammen laut Platter von externen Partnern. Also den Tourismusverbänden und Unternehmen, die sich für eine Nacht im TirolBerg einbuchten. 180.000 Euro kommen aus dem Budget der Tirol Werbung, 500.000 Euro sind Fördermittel. Platter, der den TirolBerg vorübergehend selbst begraben hatte, ist jetzt davon begeistert. Zumindest liest sich das so in der Anfragebeantwortung. 15.000 WM-Besucher hätten die Tiroler Gastfreundschaft miterlebt. Der Werbewert liege bei mehr als drei Millionen Euro, allein in Österreich.
Federspiel wundert sich noch über ein weiteres Detail. Um einen passenden Caterer für die TirolBerge 2017 und 2019 zu finden, engagierte die Tirol Werbung eine Agentur. „Die und nicht der Projektleiter holte drei Angebote ein.“ Die Auswahl des Caterers nahmen Tirol Werbung und Agentur gemeinsam vor.
Das wird man sich künftig sparen können. Die Agrarmarketing wird für die Kulinarik in den TirolBergen verantwortlich sein. „Das lässt auf Besserung hoffen“, meint Federspiel. Er geht davon aus, dass künftig eher Tiroler Speck als Jakobsmuscheln im notfalls umbenannten TirolBerg serviert werden. (aheu)