Nichtrauchertag - Motivation statt Abschreckung in der Steiermark
Graz (APA) - Mit positiver Motivation statt drastischer Schockbilder über die Folgen von Zigarettenkonsum wollen steirische Suchtpräventions...
Graz (APA) - Mit positiver Motivation statt drastischer Schockbilder über die Folgen von Zigarettenkonsum wollen steirische Suchtpräventionsexperten die Steirer zu einem rauchfreien Leben bewegen. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai wurde am Montag in Graz eine Plakatserie für die Warteräume steirischer Arztpraxen präsentiert.
„In Zukunft rauchfrei für mein Kind?“ oder „In Zukunft ohne Husten aufwachen?“ oder „In Zukunft besser riechen?“ - das sind Fragen, die über die Plakate an die Patienten in den steirischen Arztpraxen gestellt werden. Ergänzt werden diese positiven Visionen von einer Zukunft ohne Glimmstängel durch die Nummer des „Rauchfrei Telefons“ und Informationen zum Entwöhnungskurs „Rauchfrei in sechs Wochen“ der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse.
Die Plakatkampagne in Arztpraxen soll laut Claudia Kahr von der Grazer Fachstelle für Suchtprävention VIVID sowohl zur Entwöhnung anregen als auch präventiv wirken - anders als die Zigarettenpackungen mit Schockbildern: „Die Zigarettenpackung ist ein Medium, um mit dem Raucher zu kommunizieren, nicht mit dem Nichtraucher. Dementsprechend regt die Rauchstopp-Nummer zum Aufhören an. Aber sie hält nicht vom Anfangen ab“, sagte Kahr. Als Idee zur Ergänzung der bisherigen Warnhinweise auf den Zigarettenverpackungen habe man die Sujets auch bereits dem Gesundheitsministerium vorgelegt. Was auf den Verpackungen aber tatsächlich steht, werde auf EU-Ebene geregelt, schilderte Kahr.
Der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) bewerte die neue steirische Initiative jedenfalls als „exzellente Idee“ und sprach von einem „Paradigmenwechsel in der Kommunikation“. Er führte an, was sich in punkto Prävention und Nichtraucher-Schutz zukünftig in der österreichischen Gesetzgebung ändern wird: So werde in einem Jahr das absolute Rauchverbot in der Gastronomie umgesetzt, 2018 soll ebenfalls das Rauchverbot für Jugendliche von 16 auf 18 Jahre angehoben werden.
Seitdem auf jeder Zigarettenschachtel die Nummer der Rauchfrei-Hotline abgedruckt ist, habe sich die Anzahl an Anrufe vervierfacht, erklärte Verena Nussbaum, Obfrau der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse. Ein nächster Schritt wäre aus ihrer Sicht, den Zugang zu Tabakwaren zu erschweren: „Während Zigarettenautomaten in den meisten Ländern bereits verboten sind, gibt es hierzulande 6.000 davon. Es wäre an der Zeit diese in Pension zu schicken“, sagte Nussbaum.
(S E R V I C E - Online Begleitung beim Rauchstopp: www.endlich-aufatmen.at; „Rauchfrei Telefon“: 0800 810 013, www.rauchfrei.at )