Seilbahn zur Klagemauer - Hersteller Doppelmayr nicht involviert
Wolfurt (APA) - Der Vorarlberger Seilbahnhersteller Doppelmayr ist nicht in das Seilbahnprojekt in der Jerusalemer Altstadt involviert. „Die...
Wolfurt (APA) - Der Vorarlberger Seilbahnhersteller Doppelmayr ist nicht in das Seilbahnprojekt in der Jerusalemer Altstadt involviert. „Die Ideen zum Bau einer solchen Bahn gibt es seit Jahren, die kennen wir natürlich. Alles andere haben wir aus der Zeitung erfahren“, sagte Doppelmayr-Pressesprecher Ekkehard Assmann am Montag auf APA-Anfrage. Es seien diesbezüglich keine Gespräche geführt worden.
Doppelmayr ist Weltmarktführer im Seilbahnbau und hat in den vergangenen Jahren mehrere Bahnen in Großstädten realisiert. In der bolivianischen Großstadt La Paz etwa entstand das größte urbane Seilbahnnetz der Welt. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden ein Umsatz in Höhe von 834 Mio. Euro und ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 92 Mio. Euro erzielt.
Die israelische Regierung hatte am Sonntag die umstrittenen Pläne für den Bau einer Seilbahn in die Jerusalemer Altstadt gebilligt. Bei einem Sondertreffen an der Klagemauer stimmte das Kabinett von Regierungschef Benjamin Netanyahu der ersten Bauphase der Seilbahn zu, deren Endhaltestelle in der Nähe der Klagemauer - der wichtigsten Gebetsstätte der Juden - liegen soll. Dafür sind rund 200 Millionen Schekel (50 Millionen Euro) veranschlagt. Die Seilbahn soll von einer Station im Westen Jerusalems 1,4 Kilometer weit in die Altstadt führen und ab dem Jahr 2021 stündlich 3.000 Passagiere befördern.
Israel hatte die Jerusalemer Altstadt im Sechs-Tage-Krieg vor 50 Jahren erobert. Die Annexion wurde aber von der internationalen Gemeinschaft nie anerkannt, und die Palästinenser erheben weiter Anspruch auf den Ostteil der Staat als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates. Infrastrukturprojekte der israelischen Behörden in Ost-Jerusalem ziehen immer wieder harsche Kritik der Palästinenser wie auch der internationalen Gemeinschaft nach sich. Der Bau der Seilbahn wurde schon seit Jahren diskutiert. Die israelischen Behörden machen geltend, dass die Seilbahn angesichts der vielen Besucher an der Klagemauer den Zugang erleichtern soll.
~ WEB http://www.doppelmayr.com ~ APA287 2017-05-29/14:16