Draghi kündigt für Juni Neubewertung der Inflationsrisiken an

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi hat für die Juni-Zinssitzung eine Neubewertung der wirtschaftlichen Risiken in ...

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi hat für die Juni-Zinssitzung eine Neubewertung der wirtschaftlichen Risiken in Aussicht gestellt. Der EZB-Rat werde dann in der Lage sein, sein Urteil zu den Gefahren für die Inflations- und Konjunkturentwicklung zu fällen, sagte der Italiener am Montag im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments in Brüssel laut Redetext.

Insgesamt sei die Europäische Zentralbank (EZB) fest davon überzeugt, dass ein „außergewöhnliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung“ immer noch nötig sei. Der EZB-Rat kommt am 8. Juni in Tallinn zu seiner nächsten Zinssitzung zusammen.

Bei dem Treffen in der estnischen Hauptstadt werden auch neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der hauseigenen EZB-Volkswirte vorliegen. Die Gefahren für den Wachstumsausblick sind Draghi zufolge weiter gesunken. Doch er machte zugleich klar: „Der inländische Kostendruck, insbesondere von den Löhnen, ist immer noch nicht ausreichend, um eine dauerhafte und selbsttragende Entwicklung der Inflation hin zu unserem mittelfristigen Ziel zu unterstützen.“

Nach bisherigem Stand will die EZB noch bis mindestens Ende Dezember Wertpapiere im Umfang von 60 Mrd. Euro pro Monat erwerben, um damit die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflationsrate Richtung der angestrebten knapp zwei Prozent zu treiben. Die Währungshüter halten zudem die Zinsen auf dem Rekordtief von null Prozent, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA345 2017-05-29/15:28