17-Jährigem gelang Flucht aus Innsbrucker Justizanstalt
Der U-Häftling überwand zwei Zäune und flüchtete in Richtung Natterer Boden. Nach rund 30 Minuten konnte er von Polizei und Sicherheitswache gestellt werden.
Innsbruck – Er „habe Luft zum Atmen“ gebraucht. So begründete ein 17-jähriger Untersuchungshäftling seinen spektakulären Fluchtversuch aus der Innsbrucker Justizanstalt. Ein Versuch, der scheiterte – nach einer Stunde saß der Jugendliche wieder in der Zelle.
Es war am Samstag gegen 13 Uhr, als der 17-Jährige einen Rundgang im „Spazierhof“ des Jugendtraktes zur Flucht nützte. Er überwand rasch den ersten Zaun. Beim zweiten Zaun musste sich der U-Häftling schon mehr anstrengen. Es galt, vier Meter Höhe und dann auch noch einen scharfkantigen Klingendraht zu überwinden. Um sich dabei nicht zu verletzen, „verwendete er ein Handtuch und Decken“, sagt Raimund Höss, Offizier der Innsbrucker Justizwache.
Nach dem zweiten Hindernis musste der Jugendliche die so genannte Detektorenzone überwinden. „Die Detektoren haben funktioniert und sofort Alarm ausgelöst“, so Höss weiter. Am Ende der Zone wartete ein weiterer Zaun, diesmal sogar fünf Meter hoch. Erneut konnte der Österreicher das Hindernis überqueren, diesmal schützte ihn eine Jacke vor den scharfen Klingen. Dann ging es durch steiles Gelände in Richtung Natterer Boden. Auf halbem Weg zum beliebten Ausflugsziel war dann Endstation – Polizei- und Justizwachebeamte hatten den Jugendlichen eingekreist – Festnahme auf einem Forstweg.
Jetzt muss sich der 17-Jährige mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen abfinden. Eine Straftat hat er mit seinem Fluchtversuch nicht begangen, „das wird in Österreich nur als Verwaltungsdelikt gewertet“, sagt Höss. (tom)