Mögliche Neuwahlen in Italien drücken Mailänder Börse

Mailand/Frankfurt (APA/Reuters) - Spekulationen auf vorgezogene Neuwahlen in Italien und die damit einhergehende Furcht vor einem dortigen S...

Mailand/Frankfurt (APA/Reuters) - Spekulationen auf vorgezogene Neuwahlen in Italien und die damit einhergehende Furcht vor einem dortigen Sieg der Europa-Kritiker haben die Mailänder Börse am Montag auf Talfahrt geschickt. Der Aktienindex fiel um knapp zwei Prozent. Italienische Staatsanleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots und trieben damit die Rendite der zehnjährigen Titel von 2,098 auf bis zu 2,193 Prozent.

Insgesamt blieben die Umsätze an den europäischen Börsen aber dünn. Wegen eines Feiertags in den USA und Großbritannien hielten viele Investoren die Füße still. DAX und EuroStoxx50 stagnierten gegen 15 Uhr bei 12.603 und 3573 Prozent. Der Euro bewegte sich ebenfalls kaum und kostete 1,1188 Dollar.

Die italienischen Parteien bemühen sich derzeit um eine Reform des Wahlrechts, um das politische System zu stabilisieren. Erst danach soll es Neuwahlen geben. In einem Zeitungsinterview hatte der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi den Tag der Bundestagswahl am 24. September als Termin für einen Urnengang auch in Italien ins Gespräch gebracht. Er halte eine baldige Einigung auf ein Verhältnis-Wahlrecht nach deutschem Vorbild für möglich.

Seit dem Wochenende unterstützt auch die Fünf-Sterne-Bewegung das Vorhaben. Sie zählt in Umfragen zu den stärksten Kräften und will über einen Ausstieg Italiens aus der Eurozone abstimmen lassen.

„Es bleibt abzuwarten, wie die Chancen für eine stabile parlamentarische Mehrheit stehen“, sagte ein Börsianer. Lorenzo Codogno, Gründer der Beratungsfirma LC Macro Advisers, äußerte sich skeptisch. „Ein Patt ist das wahrscheinlichste Ergebnis.“

Die Furcht hiervor setzte vor allem den Finanzwerten zu, deren Branchenindex um bis zu drei Prozent abrutschte. Zu den größten Verlierern zählten Banco BPM, Ubi Banca und die HVB-Mutter UniCredit mit Kursverlusten von bis zu 4,3 Prozent.