Draghi: Banken müssen sich auf Brexit rechtzeitig vorbereiten
Brüssel/Frankfurt (APA) - EZB-Chef Mario Draghi hat die Banken aufgefordert, sich auf den Brexit rechtzeitig vorzubereiten. Angesprochen dar...
Brüssel/Frankfurt (APA) - EZB-Chef Mario Draghi hat die Banken aufgefordert, sich auf den Brexit rechtzeitig vorzubereiten. Angesprochen darauf, dass sich Banken aus Großbritannien in die Eurozone verlagern könnten, sagte Draghi Montag im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments, die EZB bereite sich natürlich auf diese Auswirkungen des Brexit vor.
Dabei gehe es auch um aufsichtsrechtliche Aspekte. Natürlich sei die EZB bereit, den Banken zu helfen, wenn sie ihre Aktivitäten in der Eurozone aufnähmen. Viele Risiken würden aber gar nicht entstehen, wenn man vernünftig mit ihnen umgehe. Die Standards der Bankenaufsicht seien zu erfüllen. Es sei wesentlich, dass weder die Sicherheit noch die Robustheit des Bankensektors in Gefahr gerate. Draghi warnte vor dem Risiko einer Zersplitterung der Aufsicht. Es dürfe hier nicht zu einer Willkür bei der Regulierungsarbeit kommen.
Ein großes Potenzial sieht Draghi im Kreditgeschäft von Fintech-Plattformen. Diese könnten „die Effizienz im Finanzsektor verbessern und die Preise für Verbraucher nach unten drücken“. Es sei daher wichtig, einen entsprechenden Aufsichtsrahmen für Fintech festzulegen und die verstärkte Rolle der Nicht-Banken zu berücksichtigen. Es müsse gleichwertige Regeln für alle Akteure geben, „für neue und für die Platzhirsche“. Hier seien jedenfalls weitere Innovationen notwendig.
~ WEB http://www.ecb.int ~ APA356 2017-05-29/15:57