Willi setzt sich als Spitzenkandidat für 2018 durch
Die Kampfabstimmung bei den Innsbrucker Grünen konnte gestern Georg Willi für sich entscheiden. Der interne Sieg fiel am Ende mit 74 Prozent überraschend klar aus.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck – Das interne Rennen ist entschieden. Von 174 abgegebenen Stimmen Montagabend bei der Bezirksversammlung der Grünen auf der Villa Blanka konnte Nationalrat Georg Willi 126 auf sich verbuchen. Die amtierende Innsbrucker Vizebürgermeisterin, Sonja Pitscheider, musste sich mit nur 45 Stimmen begnügen. Damit soll es Willi für die Innsbrucker Grünen bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl am 22. April 2018 in der Landeshauptstadt richten.
Willi nahm die Wahl „mit großer Freude an“ und bekam obendrein noch einen „Klubsessel“ zum Geschenk. Er appellierte an die Mitglieder: „Wir werden gewinnen, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“ Denn Willi, aber auch Pitscheider gaben zuvor in ihren Reden dasselbe Ziel aus: die amtierende Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) zu stürzen. Zusätzlich wollen die Grünen zur stimmenstärksten Fraktion avancieren – damit auch ihre derzeit guten Umfragewerte realisieren – und so auch einen dritten Sitz im Stadtsenat erobern.
Keine „Stadt der vielen Verbote“
„Eine One-Woman-Show wie bei Bürgermeisterin Oppitz-Plörer will ich nicht“, attackierte Willi die Bürgermeisterin. Genausowenig wolle er eine „Stadt der vielen Verbote“, in Anspielung auf das Bettel- und Alkverbot. Die Stadtfinanzen will Willi künftig „auf unmittelbar notwendige Dienstleistungen konzentrieren – alles was nur schön ist, können wir auch später machen.“
Pitscheider konnte mit ihrer scharfen Abgrenzung zu Willi offenbar bei den Delegierten nicht punkten. „Never change a winning team“, richtete sie noch der Bezirksversammlung aus. Doch der Ruf verhallte ungehört. Da nütze auch wenig, dass sie auf ihre erfolgreichen fünf Arbeitsjahre in der Koalition verwies.
Eine Koalition mit der FPÖ lehnte Willi auf Nachfrage klar ab. Differenzierter seine Haltung beim Thema Olympische Spiele 2026. Willi forderte für ein grünes Ja einen gesicherten Nachweis, dass „Spiele der Stadt und dem Land etwas bringen“. Von Pitscheider war ein klares Nein gekommen. Sie glaube nicht an das Versprechen von reduzierten Spielen.