Tarifverdienste in Deutschland stiegen im ersten Quartal stärker

Berlin (APA/Reuters) - Die Löhne der rund 17 Millionen Beschäftigten in Deutschland mit einem Tarifvertrag (entsprechend dem Kollektivvertra...

Berlin (APA/Reuters) - Die Löhne der rund 17 Millionen Beschäftigten in Deutschland mit einem Tarifvertrag (entsprechend dem Kollektivvertrag in Österreich, Anm.) sind zu Jahresbeginn kräftiger gestiegen. Die tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen legten im ersten Quartal um durchschnittlich 2,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

„Im Durchschnitt der letzten 20 Quartale lag die vergleichbare Veränderungsrate bei 2,5 Prozent“, erklärten die Statistiker. 2016 gab es ein Plus von 2,0 Prozent, 2015 von 2,1 Prozent. Das Lohnplus lag damit im ersten Quartal über der Teuerungsrate von 1,9 Prozent.

Überdurchschnittlich stark zogen die Tarifverdienste in der Wasserversorgung und Entsorgung (+3,9 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (+3,7) sowie in den Bereichen der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+3,3) an. „In allen drei genannten Bereichen ist dies vor allem auf den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Gemeinden zurückzuführen“, hieß es. In anderen Sparten waren die Zuwächse deutlich schwächer. Die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft kamen lediglich auf ein Plus von 1,4 Prozent. In der Energieversorgung (+1,1) sowie im Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (+0,9) fiel das Plus noch geringer aus.

Wegen der spürbaren Lohnerhöhungen wird der private Konsum nach Prognose der meisten Experten in diesem Jahr die Konjunktur erneut anschieben. Die deutsche Bundesregierung etwa rechnet mit einer Zunahme der Verbraucherausgaben von 1,4 Prozent. Das wäre aber weniger als 2016 mit 2,0 Prozent. Hauptgrund dafür ist die höhere Inflation, die an der Kaufkraft nagt.