Tiroler Bilanz: Dauerläufer, Vereinssuche und Rohdiamant
Tirols Fußballprofis in der tipico-Bundesliga – Koch bei Sturm gesetzt, Kuen im Pokalfinale mit Rapid, Lovric Zukunftsaktie in Graz, Walch auf Vereinssuche, Aigner hängt ein Jahr an.
Von Wolfgang Müller
Innsbruck – Die Bundesligasaison 2016/17 ist Geschichte, für das in der höchsten österreichischen Spielklasse unter Vertrag stehende Tiroler Quintett ein Jahr mit Höhen und Tiefen.
Fabian Koch: Im vergangenen Sommer wechselte der Natterer von der Wiener Austria zu Sturm Graz und avancierte bei den Blackys zum „Marathon-Mann“. Der 27-Jährige war alle Spiele im Einsatz, absolvierte 3213 von möglichen 3240 Einsatzminuten. „Ein Sieg zum Abschluss wäre noch schön gewesen, aber das war eine richtig geile Saison für mich“, zog Koch ein positives Fazit seines ersten Jahres bei den Grazern. Nach einem Urlaub in Griechenland wartet auf den ehemaligen Wacker-Profi, der bei Sturm bis 2019 unter Vertrag steht, eine noch intensivere Saison. „Schließlich sind wir international vertreten und das wollen wir auch im nächsten Jahr wieder schaffen.“ Mit dem Tiroler Dauerläufer auf der rechten Abwehr-Seite.
Andi Kuen: Im Herbst kickte er noch als FAC-Leihspieler im Tivoli gegen den FC Wacker, am Donnerstag steht er im ÖFB-Pokalfinale im Kader der Rapidler. „Das Frühjahr hat mir richtig getaugt. Da konnte ich doch einige Male aufzeigen“, ist der Ötztaler zufrieden, dass er es 2017 im Rapid-Dress immerhin auf 597 Einsatzminuten brachte. „Der Cupsieg wäre die Krönung“, erklärt der 22-Jährige, der sich danach auf Bali erholt und in der nächsten Saison bei den Hütteldorfern wieder voll angreifen will. Ob als Verteidiger oder Mittelfeldspieler ist Kuen, dessen Kontrakt bei Rapid bis Sommer 2018 läuft, egal: „Dort, wo mich der Trainer aufstellt, gebe ich mein Bestes.“
Hannes Aigner: Nur 670 Einsatzminuten hat der Weerberger für die Altacher zu Buche stehen. Das lag hauptsächlich an einer hartnäckigen Verletzung im Herbst. „Die hat mich ordentlich zurückgeworfen, aber im Frühjahr ging es wieder aufwärts“, so Aigner, der bei den Vorarlbergern um ein Jahr verlängerte. Im Pokalfinale drückt er Salzburg die Daumen. „Dann wären wir international vertreten.“ Mit der abgelaufenen Saison ist der 36-jährige Stürmer mit Abstrichen zufrieden. „Wir sind Vierter und das wären andere Großvereine gerne. Der Herbst war großartig, schließlich überwinterten wir als Erster. Im Frühjahr lief es dann nicht nach Wunsch.“ Ein Jahr will Aigner auf alle Fälle noch für den Vorarlberger Bundesligaklub stürmen: „Ich fühle mich gut und werde um meine Chance kämpfen.“
Clemens Walch: Nach fünf Jahren wird sich der 29-Jährige, der schon in Stuttgart, Kaiserslautern und Dresden auf der Lohnliste stand, wohl aus dem Innviertel verabschieden. 1510 Einsatzminuten und nur drei Tore gelangen dem verletzungsanfälligen Inzinger für die Wikinger. Nach dem Abstieg wird der auslaufende Vertrag nicht mehr verlängert. Was die Zukunft bringt, wird die Transferperiode weisen.
Sandi Lovric: Der 19-jährige Osttiroler schnupperte im Saisonfinale in die Kampfmannschaft Sturms, brachte es auf drei Einsätze, worauf sein Vertrag um ein Jahr verlängert wurde.