Print-Werbeflugblätter des Handels gehen immer öfter ins Leere

Wien (APA) - Auch im Bereich der Flugblätter zu Werbezwecken ändert sich das Informationsverhalten der Menschen rasant: Immer mehr gedruckte...

Wien (APA) - Auch im Bereich der Flugblätter zu Werbezwecken ändert sich das Informationsverhalten der Menschen rasant: Immer mehr gedruckte Folder gehen an den Konsumenten vorbei. „Fast jeder Dritte, der das Internet oder Apps nutzt, wird vom Handel über das Printflugblatt nicht mehr erreicht“, erklärt die Online-Plattform wogibtswas.at zu einer mit dem Marktforscher MindTake Research durchgeführten Studie.

Im schnelllebigen Alltag überzeuge dagegen das digitale Flugblatt immer mehr Menschen als erste oder ergänzende Informationsquelle - die Suche nach Angeboten und Aktionen im Handel sei zunehmend mobil. Vorteilhaft sei, dass der Einkaufshelfer von unterwegs aus konsultiert werden könne und stets aktuell sei. „Mit dem Smartphone in der Tasche ist man sofort online oder per App informiert.“

Die Abkehr von Print zeige sich auch darin, dass etwa laut Angaben der Post das Kuvert in Wien nur noch eine Reichweite von 33 Prozent habe. Über einen Postwurf im Briefkasten informieren sich nach eigenen Angaben über Aktionen und Angebote des Handels nur noch 74,4 Prozent der Befragten - gegenüber 86,6 Prozent im Vorjahr -, auf Aktionsportalen jedoch bereits 41,6 Prozent, nach 31,5 Prozent 2016, ein Anstieg um beinahe ein Drittel.

Das digitale Flugblatt werde österreichweit mittlerweile von jedem Zweiten in der Altersgruppe unter 40 regelmäßig gelesen. Das sei darauf zurückzuführen, dass es immer und überall abrufbar ist: Rund 27 Prozent informieren sich über Angebote und Aktionen von unterwegs aus. Knapp 10 Prozent der Befragten nutzen Aktionsportale, wenn sie sich im Geschäft des Händlers befinden. In beiden Fällen kommen kaum Printflugblätter zum Einsatz.

Sehr häufig werden klassische Postwurfsendungen in Kombinationen mit digitalen Aktionsportalen genutzt. 89,7 Prozent der Studienteilnehmer nutzen das Internet und Printflugblätter ergänzend. Zumeist geschieht das von zu Hause aus. Auch Aktionsportale werden zu 81 Prozent in den eigenen vier Wänden durchstöbert, meinte wogibtswas.at am Dienstag in einer Aussendung.

Jeder Dritte internetaffine Österreicher (35,5 Prozent) nutze bereits mehrmals pro Woche das Internet oder das Handy, um sich über Aktionen und Angebote zu informieren. Weitere 23 Prozent verwenden die digitale Alternative zumindest einmal in der Woche. All das fördere den Trend, dass es immer mehr Menschen gebe, die auf Printflugblätter gänzlich verzichten und ohne digitale Werbepräsenz de facto nicht mehr zu erreichen sind. Der Anteil jener, die das gedruckte Flugblatt ohne genauer hinzusehen sofort entsorgen, wuchs innerhalb eines Jahres von 5 Prozent auf 8,3 Prozent. Und rund 21 Prozent meinten, dass ihnen das Printflugblatt im Postfach nicht fehlen würde.

Die diesjährige Flugblattstudie wurde im Frühjahr mit einem repräsentativen Sample von gut 2.000 Personen zwischen dem 15. und 69. Lebensjahr durchgeführt. Die Studie knüpft an eine vergleichbare aus dem Vorjahr an. Die Erhebungen erfolgten jeweils im März, die Befragungsdauer - computerunterstützte Web-Interviews - betrug diesmal im Median fast 13 Minuten, die maximale Schwankungsbreite wird für beide Jahre mit +/- 2,2 Prozent angegeben.