Bezirk Reutte

Langer Streit um Radweg scheint geschlichtet

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Der Lückenschluss beim Radweg Via Claudia am Fernpass schien ein teures Nachspiel zu haben. Nun konnte man die Differenzen ausräumen.

Von Hubert Daum

Nassereith –Endlich wurde 2014 die Lücke des Via-Claudia-Radweges am Fernpass – die Biker mussten die Bundesstraße überqueren – aufwändig mit einer Unterführung geschlossen. Kostenpunkt: über 300.000 Euro. Der Bikerweg führt unter anderem durch den Privatgrund von Tankstellenbetreiber Hubertus Dolle. Deswegen wurde dieser natürlich in das Projekt involviert. Die Gemeinde Nassereith als Projektbetreiber – damals war Reinhold Falbesoner noch Bürgermeister – machte Dolle Zugeständnisse, die man innerhalb eines halben Jahres nach Dolles Zustimmung auch in einer schriftlichen Benützungsvereinbarung formulieren wollte.

Ende letzten Jahres kündigte der Tankstellenbetreiber an, ab 1. Jänner 2017 keine Biker mehr über seinen Grund radeln zu lassen. Die Gemeinde habe es zwei Jahre lang verabsäumt, die versprochene Vereinbarung vorzulegen. „Das stimmt“, bestätigt BM Herbert Kröll, „die genauen Gründe sind mir nicht bekannt, als damaliger Vize war ich bei den Verhandlungen nie dabei.“ Kröll setzte derweil auf weitere Gespräche, Dolle zeigte sich allerdings nicht interessiert. Es schien nur eine Lösung zu geben, nämlich eine rund 600 Meter lange Ausweichroute. Diese Variante wurde im Februar auch im Gemeinderat einstimmig beschlossen.

„Vor nicht allzu langer Zeit rief mich Peter Dolle, der Sohn von Hubertus, an und signalisierte die Bereitschaft zu neuen Gesprächen“, berichtete Kröll kürzlich. Nach neuerlichen Verhandlungen sei man sich nun einig, die Trassenführung so zu belassen, wie sie ist. Der Dorfchef: „Um im Nachhinein das zu halten, was damals vereinbart wurde, ist für Asphaltierungsarbeiten, Beschilderung und einiges mehr eine Investition von weiteren 15.000 Euro nötig. Es ist bereits ausverhandelt, dass das Land Tirol 60 Prozent der Kosten trägt, die restlichen 40 Prozent teilen sich die Gemeinde Nassereith und Imst Tourismus.“ Die Arbeiten würden heuer abgeschlossen.

„Ja, wir haben dies vereinbart“, bestätigt Hubertus Dolle die Aufweichung der Standpunkte, „schriftlich gibt es allerdings noch nichts. Ich bin froh, dass der Konflikt beendet werden konnte. Wirklich froh bin ich, wenn ich die schriftliche Vereinbarung in Händen halte, mir wurde schon viel versprochen.“

Zufrieden zeigt sich auch die Nassereither Gemeindeführung, wenngleich die Ausweichvariante auch kein wirkliches Problem dargestellt hätte. Kröll: „Dann hätten wir eventuell den Vorläufer für einen brauchbaren Weg in das Kälbertal gehabt.“ Nach Ende der Arbeiten werde die Benützung vertraglich bis 2029 geregelt.

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