Voltigier-Weltmeister blocken Debatten ab
Um nicht ins Gerede zu kommen, nahmen Jasmin Lindner und Lukas Wacha Strapazen auf sich.
Von Susann Frank
Innsbruck –Um mögliche Diskussionen im Keim zu ersticken, legte das österreichische Parade-Voltigier-Duo Jasmin Lindner und Lukas Wacha zuletzt viele Kilometer zurück. Zwei Wochenenden fuhren sie ins Tösstal in die Schweiz zum Trainieren, um mit dem eidgenössischen Pferd Aroc vergangenes Wochenende in Ebreichsdorf an der Sichtung (sprich Qualifikation) für die Heim-EM im August teilnehmen zu können.
Warum der Aufwand? Einerseits, weil ihr Turnierpferd Dr. Doolittle verletzt pausieren muss und in der Nähe kein Ersatzpferd zu finden war. Vor allem aber nahm das sympathische Paar die Strapazen auf sich, damit es nicht wieder zu Debatten über seine Nominierung für die Titelkämpfe kommt. Obwohl die Zillertaler von Titel zu Titel auf den Pferderücken mit beeindruckender Akrobatik turnen, kam es für die damals amtierenden Weltmeister im Vorfeld der WM 2016 in Le Mans (FRA) „zu einem Streit im verantwortlichen Gremium, ob wir starten dürfen“, erklärte Lindner. Damals musste das Duo aufgrund von Verletzungen die zwei möglichen Sichtungsteilnahmen absagen. Letzendlich durften sie starten, holten das dritte WM-Gold in Folge, und Lindner setzte als Sahnehäubchen noch ihren Einzeltitel oben drauf.
Mit ihrem zweiten Platz hinter einem italienischen Team vergangenes Wochenende beim international hochkarätig besetzten Turnier in Niederösterreich ist „das Thema Nominierung abgehakt“, erklärte Lindner erleichtert.
Um ein Ticket bei der gleichzeitig ausgetragenen Junioren-Heim-WM zittern muss noch der Nachwuchs des RC Seefeld. Die Gruppe von Longenführerin Martina Seyrling belegte als bestes rot-weiß-rotes Team bei dem Turnier ebenfalls Rang zwei. Ihr größter Konkurrent, der Club 43, war wegen eines verletzten Pferdes nicht am Start. Die sportliche Entscheidung soll ohne Diskussionen bei der zweiten Sichtung Ende Juni am Reuhof (NÖ) fallen.