Prozess

Brutaler Bankraub in Innsbruck: Acht Jahre Haft für Serientäter

Ein Bild aus der Überwachungskamera.
© LKA

Die beiden Italiener hatten am 11. Jänner eine Innsbrucker Raika-Filiale überfallen und dabei einen Angestellten niedergeschlagen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Innsbruck - Jene beiden Italiener, die am 11. Jänner diesen Jahres eine Raika-Filiale in der Höttinger Au überfallen hatten, wurden am Dienstag im Landesgericht zu je acht Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Bei den beiden – 43 und 48 Jahre alt – handelt es sich um Serientäter, auch in der Schweiz hatten sie zwei Überfälle begangen. Die Verdächtigen waren am 26. Jänner in der Innsbrucker Justizanstalt in Untersuchungshaft genommen worden.

Die beiden hatten sich zu Verhandlungsbeginn wortkarg gezeigt. Während der 43-Jährige gar nichts zu den Vorwürfen sagen wollte, erklärte der ältere, nichts mit dem Bankraub zu tun zu haben. Sie seien damals nur auf der „Durchreise“ gewesen und wollten sich bei dieser Gelegenheit die Stadt Innsbruck ansehen. Das Ziel sei München gewesen.

Wie berichtet, hatten die maskierten Männer am frühen Vormittag des 11. Jänner die Bank in Innsbruck überfallen. Die Täter „gingen sehr brutal vor, ein Bank-Mitarbeiter erhielt einen Faustschlag“, erzählte Christoph Hundertpfund, stv. Leiter des Landeskriminalamtes Tirol. Die zunächst unbekannten Täter konnten mit dem Kassa-Inhalt flüchten. Sie kamen zwar weit, aber schon zwei Tage später zierten französische Handschellen ihre Handgelenke.

Flucht via Handypeilung beinahe live mitverfolgt

Die rasche Festnahme war zunächst einem Cobra-Beamten zu verdanken. Schon am Tag vor dem Überfall waren die beiden Italiener dem Zeugen in einem Innsbrucker Lokal aufgefallen. Nach dem Bankraub informierte der Polizist das Landeskriminalamt. Mit Hilfe der Videoanlage des Lokals erfuhren die Ermittler auch, mit welchem Auto und mit welchem Kennzeichen die Verdächtigen unterwegs waren. Und auch die Handynummern der Täter waren bereits Stunden nach dem Raub polizeibekannt. Und so kam es, dass die Ermittler die Flucht der Räuber über Deutschland und die Schweiz nach Frankreich via Handypeilung beinahe live mitverfolgen konnten. Die Festnahme in Arlay war dann doch ein Zufall. Französische Gendarmen stellten bei einer Kontrolle fest, dass ein Haftbefehl der Innsbrucker Staatsanwaltschaft vorlag.

Auch im Schweizer Ort Molinazzo (Tessin) war es eine Raiffeisen-Filiale, die die beiden am 5. Dezember überfallen wollten. Es blieb beim Versuch – das automatische Kassa-Schließungssystem ließ die Männer leer ausgehen. Der 48-Jährige und sein 43-jähriger Komplize konnten aber über die nahe Grenze zurück in die Heimat flüchten. Vier Tage vor Weihnachten kehrte das Duo in die Schweiz zurück. Diesmal nach Novazzano nahe der italienischen Grenze. Die Männer überfielen eine Tankstelle, sperrten Mitarbeiter und Kunden in ein Zimmer, dann flüchteten sie unbehelligt. „Bei beiden Überfällen in der Schweiz verwendeten die Täter Autos, die sie zuvor in Italien gestohlen hatten“, schildert Dietmar Angerer von der Polizei in Bozen. (TT.com)

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