„Zeppelin“: Ralph Siegels Hindenburg-Musical hob in Berlin ab

Berlin (APA/dpa) - Der Song-Contest-Komponist („Ein bißchen Frieden“) Ralph Siegel hat im Berliner Wintergarten mit seinem neuen Musical „Ze...

Berlin (APA/dpa) - Der Song-Contest-Komponist („Ein bißchen Frieden“) Ralph Siegel hat im Berliner Wintergarten mit seinem neuen Musical „Zeppelin“ alles andere als Schiffbruch erlitten. Das Stück über die letzte Fahrt des vor 80 Jahren nahe New York verunglückten Luftschiffs „Hindenburg“ wurde bei der Uraufführung am Montag jedenfalls umjubelt und mit Bravorufen bedacht.

Wer ein durchorganisiertes Musical mit ausgereifter Bühnenchoreografie erwartet hatte, wurde enttäuscht. Angekündigt war aber auch etwas anderes, nämlich eine szenische Lesung, bei der die Darsteller, hinter Notenständern postiert, ihren jeweiligen Part live vom Blatt sangen. Ganz ohne Verkleidung und viel Tamtam. Im Scheinwerferlicht am Bühnenrand: Schauspieler Gedeon Burkhard als Erzähler des Abends.

Das Musical handelt zum einen von der letzten Fahrt der „Hindenburg“, die am 6. Mai 1937 in Lakehurst bei New York in Flammen aufging. 36 Menschen wurden getötet. Zum anderen geht es um das Leben des Grafen Ferdinand von Zeppelin, der die Luftschiffe in den Jahrzehnten davor marktreif gemacht hatte und Namensgeber wurde. Er starb bereits 1917.

Mit dieser Konstellation schickt Siegel die Zuschauer auf eine Zeitreise mit immer wieder wechselnder Richtung, was angesichts der fehlenden Bühnenshow schon mal dazu führt, dass man sich trotz des Erzählers erst einmal in einer neuen Szene zurechtfinden muss. Im Wintergarten helfen Einspieler beim Sprung durch die Zeit. Auch sie zeigen deutlich den historischen Kontext des Jahres 1937. Die Zeit des Nationalsozialismus ist in den Dialogen im Speisesaal oder beim Tanz im Salon allgegenwärtig.

(S E R V I C E - www.wintergarten-berlin.de)