Nach Messerattacke in Ebbs sprang Täter von Felswand in den Tod
Ein Streit zwischen zwei Männern eskalierte am Dienstag in Ebbs. Ein 69-Jähriger wurde niedergestochen. Der 41-jährige Täter flüchtete. Als die Polizei ihm immer näher kam, sprang er im Schotterwerk in die Tiefe.
Von Marco Witting
Ebbs – Polizeiabsperrungen, ein kreisender Hubschrauber, Rettungsfahrzeuge und ein weiträumig abgesperrter Tatort: So präsentierte sich gestern Mittag der sonst so beschauliche Ebbser Ortsteil Buchberg. Kurz nach 11.25 Uhr war bei der Polizei ein Notruf über eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern auf der Terrasse eines Wohnhauses eingegangen. Wenig später fanden die Beamten einen schwer verletzten 69-jährigen Österreicher in dessen Wohnung auf. Es folgte eine intensive Suche nach dem Täter, einem 41-jährigen Mann. Als ein Hubschrauber ihn ausfindig machen konnte, sprang der Täter in den Tod.
Fassungslosigkeit und Schock. In Buchberg konnte am Dienstag niemand glauben, welche Tragödie sich da inmitten der Siedlung abgespielt hatte. Wie genau es zu der Auseinandersetzung kam, war noch nicht ganz klar. Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamts, erklärte den möglichen Hintergrund der Tat. „Es sieht so aus, als hätte der 69-Jährige eine Beziehung zur Frau des Täters gehabt. Dieser dürfte das mitbekommen haben und es kam dann bei der Wohnung des Opfers zum Streit.“ Im Zuge dessen stach der 41-Jährige dem 69-Jährigen mit einem Messer in den Brustbereich und fügte ihm lebensbedrohliche Verletzungen zu. Das Opfer wurde mit dem Hubschrauber in eine nahegelegene Klinik nach Deutschland geflogen. Über den Zustand des Mannes ist vorerst nichts bekannt.
Der 41-Jährige ergriff nach der Tat mit einem blauen VW die Flucht. Und die Polizei nahm die Verfolgung auf. Doch die sofort ausgelöste Alarmfahndung mit Unterstützung des Polizeihubschraubers Libelle blieb zunächst ohne Erfolg. „Durch die Frau des Opfers, die während der Tat im Haus war, wussten wir, wer der Täter ist. Der 41-Jährige hatte mehrere Handys bei sich und eine Peilung schlug dann im Bereich der so genannten ,Schanzer Wände‘ an“, erklärte Pupp. Als der Täter den Hubschrauber bemerkte, sprang er von einem Felsen rund 40 bis 50 Meter in die Tiefe. Für den 41-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Die Leiche des Täters musste mit dem Hubschrauber geborgen werden. „Laut derzeitigem Ermittlungsstand sind wohl keine weiteren Personen involviert“, sagte Pupp.