Klangspuren

Die Musiksprache von heute und der Zukunft

Performancekunst-Ikone Laurie Anderson gastiert nach 2003 erneut bei den Klangspuren.
© Tim Knox

Klangspuren Festival mit Themen von weiblichem Komponieren und Klaviermusik heute bis zu den Innsbrucker Domglocken.

Schwaz –Hinterlistig nennt Matthias Osterwold das Motto seines 5. Klangspuren-Programmes, das zwischen 7. und 24. September 2017 eine Aspektfülle mit präziser künstlerischer und gesellschaftspolitischer Gewichtung bereithalten wird. Denn, so der künstlerische Leiter des Tiroler Festivals für Neue Musik, „Noch Fragen? Any Questions?“ bedeute ja kein Eingehen darauf, sondern vielmehr „weiter im Text“. Dabei müssten mehr Fragen als je zuvor in dieser Zeit gestellt werden, auch nach der Kunst und ihrem Bild der Welt.

Das Klangspuren Festival bietet heuer, wie die Programmpräsentation am Dienstag zeigte, von Osterwold kuratierte Themenblöcke, neue Strömungen und Perspektiven, öffnet sich aber auch anderen Künstlerprojekten. Eines davon ist Claudia Cervencas Hommage an die Virtuosin eines neuen Vokalausdrucks, Joa­n La Barbara. Cervenca selbst gab bei der Pressekonferenz eine eindrucksvolle Kostprobe.

Sofia Gubaidulina, für Osterwold die „bedeutendste lebende Komponistin“, kommt, wie berichtet, als Composer in Residence nach Schwaz und arbeitet mit den jungen Musikern der 14. Klangspuren International Ensemble Modern Academy. Ihrem Werk ist vor allem das erste Wochenende gewidmet. Das Eröffnungskonzert bestreitet das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter dem Dirigenten Jonathan Stockhammer, u. a. mit Gubaidulinas „Glorious Percussion“, wofür eigens das Studio Percussion Graz engagiert wird. Zu den Stars gehört natürlich auch die Laurie Anderson, in Tirol wohlbekannt, die ihr Werk „The Language of the Future“ fortschreiben wird. Die unvergleichliche Künstlerin wird am 5. Juni 70 Jahre alt.

Viele Frauennamen, denn heuer verschiebt Klangspuren „die Koordinaten der Geschlechterverteilung zugunsten des musikalischen Schaffens von Frauen“. Es geht nicht um ein Frauenfestival, aber darum, „Ausgrenzung und Diskriminierung abzubauen“. Ein Akzent. Denn männliches Komponieren schließt das Festival keineswegs aus. Der Text-Stimm-Performance „any questions?“ des Australiers Chris Mann verdankt das Festival sogar sein Motto. Hannes Kerschbaumer, Mitglied des Trios Dark Matter, war gekommen, um das Projekt „Metallon“ vorzustellen, das die Glockenklänge des Innsbrucker Doms elektronisch umranken wird. Ein Klavierzyklus mit prägenden Werken und Künstlern wird das Festival pointiert in Richtung Finale führen.

Die Pilgerwanderung mit sechs Konzertstationen reicht von St. Johann bis Bruckhäusl. Die Jugendschiene generiert verstärkt das Publikum von morgen. Und bevor die Ereignisfülle von Klangspuren (www.klangspuren.at) losbricht, heißt es am 3. September erneut: Rent a Musician! Hol dir die Musik unserer Zeit nach Hause oder sonst wohin. (u.st.)

Für Sie im Bezirk Schwaz unterwegs:

Angela Dähling

Angela Dähling

+4350403 3062

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162