Fischer im delikat trüben Farbenmeer
Innsbruck – Andrea Holzinger malt in ihren neuen Bildern Männer und Frauen, die ein Feld pflügen, auf einem Traktor sitzen oder baden sowie ...
Innsbruck –Andrea Holzinger malt in ihren neuen Bildern Männer und Frauen, die ein Feld pflügen, auf einem Traktor sitzen oder baden sowie Kinder, die – lange Schatten werfend – Tempelhüpfen spielen oder in einem trüben Gewässer gedankenverloren fischen. Ihre Silhouetten sind ganz klar, erscheinen bisweilen wie aus einer schwarzweißen Grafik ausgeschnitten, partiell koloriert und auf die malerisch durchpulste Bildfläche kopiert.
Womit unübersehbar ist, dass sich die Tiroler Künstlerin von ihrer hyperrealistischen Phase der vergangenen Jahre mehr und mehr entfernt zugunsten einer neuen atmosphärisch aufgeladenen Dichte. Die Farben liegen in mehreren dünnen Schichten auf mittelgroßen Leinwänden, ineinander verschachtelt in gemäßigt expressivem Gestus. Wodurch sich wolkig diffuse Bildräume eröffnen, die oft um nur eine Farbe kreisen. Nur eines der Bilder fällt aus dem Rahmen. Ist hier die Oberfläche, die über zwei mit skurrilen Tiermasken kostümierte Figuren gelegt ist, doch mustrig verpixelt in der Form von per Finger getupften roten Punkten. (schlo)
Galerie Flora. Herzog-Friedrich-Straße 5, Innsbruck; bis 17. Juni, Di–Fr 15–19 Uhr, Sa 10–13 Uhr