450.000 Menschen in Bangladesch vor Zyklon in Sicherheit gebracht

Dhaka/Colombo (APA/AFP) - 450.000 Menschen sind in Bangladesch wegen des Zyklons „Mora“ in Sicherheit gebracht worden. In dem Sturm mit Wind...

Dhaka/Colombo (APA/AFP) - 450.000 Menschen sind in Bangladesch wegen des Zyklons „Mora“ in Sicherheit gebracht worden. In dem Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 135 km/h kamen zwei Menschen ums Leben, tausende Behausungen wurden beschädigt, teilten die Behörden des südasiatischen Landes am Dienstag mit. In Sri Lanka rief die Regierung nach Unwettern mit mehr als 190 Toten zum freiwilligen Wiederaufbaueinsatz auf.

„Mora“ traf am Dienstag gegen 6.00 Uhr (2.00 Uhr MESZ) im Südosten des Landes zwischen den Städten Chittagong und Cox‘s Bazar auf Land und wütete mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Stundenkilometern, wie der Wetterdienst von Bangladesch mitteilte. Durch umstürzende Bäume starben ein Mann und eine Frau im Bezirk Cox‘s Bazar, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Behörden beschädigte der Zyklon zudem tausende Häuser.

Vor den Massenevakuierungen hatten die Behörden eine Sturmwarnung der höchsten Kategorie herausgegeben. Zunächst sollten sogar eine Million Menschen in Küstenorten ihre Häuser verlassen, später wurde die Zahl aber auf 450.000 herabgesenkt. Die Betroffenen wurden in Schulen und anderen Notunterkünften untergebracht.

Die Meteorologen warnten überdies vor einem sturmbedingten Anstieg des Meeresspiegels um 1,7 Meter in vielen Küstenbezirken des Landes. Dort leben Millionen von Menschen.

Ein Vertreter der Rohingya-Minderheit sagte, „Mora“ habe in Flüchtlingslagern im Bezirk Cox‘s Bazar, in denen aus Myanmar geflüchtete Rohingya leben, etwa 20.000 Behausungen beschädigt. „An manchen Orten wurden fast alle Hütten aus Blech, Bambus und Plastik platt gewalzt“, sagte Abdus Salam. Mehrere Menschen seien verletzt worden, es gebe aber keine Toten. Ein Flüchtling sagte, niemand habe die Rohingya vor dem Sturm gewarnt. Einige von ihnen hätten sich selbst in Schulen oder Moscheen geflüchtet, berichtete Mohammad Anam.

Südasien wird zu Beginn der Monsun-Zeit häufig von derartigen Unwettern heimgesucht. Vergangenes Wochenende hatten im südasiatischen Inselstaat Sri Lanka schwere Unwetter gewütet. Dabei kamen nach neuen Angaben der Behörden 193 Menschen ums Leben, 94 weitere wurden noch vermisst. Am Dienstag erreichte der Monsun die Südspitze Indiens und sollte von da aus in den kommenden Monaten nordwärts ziehen.

In Sri Lankas Staatsfernsehen wurde am Dienstag unter anderem um Hilfe bei der Säuberung von verunreinigten Trinkwasserbrunnen sowie bei der Bergung von Opfern gebeten. Nach Regierungsangaben hatten 40 Prozent der Menschen in den Unwettergebieten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

In Sri Lanka wurden den Behörden zufolge mehr als 1.300 Häuser völlig zerstört und knapp 7.000 weitere schwer beschädigt. Fast 600.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Indien schickte am Wochenende zwei Schiffe mit Hilfsgütern nach Sri Lanka. Ein drittes Schiff wurde am Dienstag erwartet. Die UNO kündigte an, Container mit Trinkwasser sowie Wasserreinigungstabletten bereitzustellen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wollte Ärzteteams in die Katastrophengebiete schicken. Auch die Regierung in Colombo wollte aus Angst vor einem Dengue-Ausbruch zusätzliche Ärzte entsenden.