Opposition in Südafrika zeigte Präsident wegen Korruption an

Johannesburg (APA/dpa/AFP) - Südafrikas führende Oppositionspartei hat gegen Präsident Jacob Zuma Anzeige wegen Korruption, organisiertem Ve...

Johannesburg (APA/dpa/AFP) - Südafrikas führende Oppositionspartei hat gegen Präsident Jacob Zuma Anzeige wegen Korruption, organisiertem Verbrechen und Hochverrat erstattet. Die Anzeige der Demokratischen Allianz (DA) vom Dienstag folgte auf Enthüllungen vom Wochenende, die den Staatschef schwer zu belasten scheinen.

Die örtliche Zeitung „City Press“ hatte über eine Serie von dem Blatt vorliegenden Emails berichtet, die einen großen Einfluss der Gupta-Unternehmerfamilie auf Zumas Entscheidungen nahelegen. Zudem sollen die Guptas die Chefs von staatlichen Unternehmen und Minister mit bezahlten Luxustrips nach Dubai bestochen haben.

Die südafrikanische Anti-Korruptions-Behörde hatte Zumas enges Verhältnis zu den Guptas bereits im vergangenen Jahr kritisiert. Unter anderem soll Zuma den Guptas unzulässig Einfluss auf die Ernennung von Ministern und auf staatliche Unternehmen ermöglicht haben. Die Brüder Ajay, Atul and Rajesh Gupta betreiben in Südafrika verschiedene Unternehmen, unter anderem im Minen- und Energiebereich.

Zuma ist seit einigen Monaten mit lauter werdender Kritik aus den eigenen Reihen und in der Öffentlichkeit konfrontiert. Rücktrittsforderungen kamen unter anderem vom mächtigen Gewerkschaftsbund Cosatu, von der Kommunistischen Partei und vom Südafrikanischen Kirchenrat SACC. Mehrere Misstrauensanträge im Parlament wurden mit der ANC-Mehrheit abgelehnt.

Am Montag forderte auch die Regierungspartei ANC eine juristische Untersuchung der Vorwürfe, wie Generalsekretär Gwede Mantashe sagte. Zuma hat die Vorwürfe gegen ihn als unbegründet zurückgewiesen.

Zuma steht wegen einer ganzen Reihe von Korruptionsskandalen seit langer Zeit in der Kritik. Die Beliebtheit des ANC, der seit dem Ende der Apartheid 1994 ununterbrochen in Südafrika an der Macht ist, hat unter Zuma stark gelitten. Bei der Kommunalwahl im vergangenen August kam die Partei des legendären ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela nur noch auf 53 Prozent der Stimmen und verlor wichtige Bürgermeisterämter an die Opposition. Der reguläre Zeitplan sieht vor, dass der ANC im Dezember seinen Nachfolgekandidaten für Zuma für die Zeit nach den Wahlen im Jahr 2019 aufstellt.