Nachwuchssorgen im japanischen Kaiserhaus - Politische Debatte

Tokio (APA/dpa) - Japans Politiker werden sich langsam der Nachwuchssorgen am Kaiserhof bewusster. Die Opposition und die Koalitionsparteien...

Tokio (APA/dpa) - Japans Politiker werden sich langsam der Nachwuchssorgen am Kaiserhof bewusster. Die Opposition und die Koalitionsparteien sprachen sich am Dienstag für eine Debatte darüber aus, Prinzessinnen auch nach der Heirat mit Bürgerlichen zu ermöglichen, weiter der kaiserlichen Familie anzugehören.

Diese Anregung solle als Resolution einem geplanten Sondergesetz zur Abdankung von Kaiser Akihito (83) hinzugefügt werden, berichteten japanische Medien am Dienstag. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen eines Tages den Thron besteigen dürfen. Dagegen gibt es im Lager der rechtskonservativen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe starke Widerstände.

Hintergrund ist, dass der Familie von Kaiser Akihito der Nachwuchs ausgeht. Zwar beschloss die Regierung kürzlich ein Sondergesetz, damit Kaiser Akihito wie gewünscht abdanken und den Thron seinem Sohn, Kronprinz Naruhito, übergeben kann. Mit der Zustimmung des Parlaments wird bald gerechnet.

Doch damit ist das Problem einer stabilen Thronfolge nicht gelöst. Bisher dürfen nur Männer auf den Thron. In der jüngsten Generation der Familie gibt es mit dem 10-jährigen Prinzen Hisato jedoch nur noch einen Buben, dafür aber viele Prinzessinnen. Wären auch Frauen Teil der kaiserlichen Erbfolge, wäre das Nachwuchsproblem gelöst.