Uruguays Präsident bei IAEA: Warnung vor realer Gefahr von Atomkrieg
Wien (APA) - Der Präsident von Uruguay, Tabare Vazquez, hat angesichts der Spannungen um Nordkorea vor der „realen Gefahr“ einer nuklearen K...
Wien (APA) - Der Präsident von Uruguay, Tabare Vazquez, hat angesichts der Spannungen um Nordkorea vor der „realen Gefahr“ einer nuklearen Konfrontation gewarnt und zur weltweiten atomaren Abrüstung aufgerufen. Vazquez hielt sich nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE anlässlich einer Konferenz der Internationalen Atombehörde IAEA am Dienstag in Wien auf.
Viele Mächtige in der Welt würden heute „mit dem Feuer spielen und vielleicht werden wir alle zum Schluss verbrennen“, warnte der uruguayische Präsident. Der führende Politiker des Linksbündnisses Frente Amplio sprach bei der Eröffnung der IAEA-Konferenz zum 60. Jahrestag des technischen Kooperationsprogramms für die Entwicklungsländer.
Gegenüber der EFE meinte Vazquez, die vom Konflikt um Nordkorea ausgehende Gefahr sei zwar real, man dürfe die Situation aber auch nicht überdramatisieren. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, sich der „kritischen Situation bewusst zu sein“, in der die Welt derzeit wegen der Drohungen sei, die Atomenergie für kriegerische Zwecke einzusetzen. Vazquez wies auch darauf hin, dass die heutigen Atomwaffen „sehr viel stärker“ seien als jene, die Hiroshima und Nagasaki 1945 zerstörten.
Angesichts dessen, dass einige „Personen“ über 15.000 Atomsprengköpfe verfügten und zehn Prozent von diesen innerhalb von fünf Minuten abgeschossen werden könnten, sei die atomare Abrüstung eine sehr wichtige, überfällige Aufgabe. Er wisse zwar nicht, welche Möglichkeiten es gebe, dies zu erreichen, räumte Vazquez ein. Man müsse aber hart für eine atomare Abrüstung arbeiten, wie dies auch mit anderen Waffen gelungen sei, meinte der Präsident gegenüber Journalisten.
~ WEB http://www.iaea.org/ ~ APA422 2017-05-30/15:36