Tennis: Koubek hofft mit Thiem auf Davis-Cup-Fest in Wels

Paris (APA) - Unter den Beobachtern bei den French Open in Paris ist auch Österreichs Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek. Der mittlerweile 40-j...

Paris (APA) - Unter den Beobachtern bei den French Open in Paris ist auch Österreichs Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek. Der mittlerweile 40-jährige Ex-Weltklassespieler genießt es, sechs Jahre nach dem Ende seiner Karriere viele alte Bekannte wiederzusehen. In erster Linie freut sich der Kärntner aber natürlich, dass er beim Davis-Cup-Heimländerkampf vom 15. bis 17. September fix mit Dominic Thiem rechnen kann.

Das Heimspiel der Europa-Afrika-Zone I (1. Play-off) gegen Rumänien in Wels wird also mit Top-Ten-Mann Thiem in Szene gehen. Dementsprechend hofft der ÖTV für die Begegnung im Freien auf Sand auch auf viele Thiem-Fans. Koubek schätzt, dass eine Tribüne für etwa 5.000 Zuschauer geschaffen wird. Immerhin ist es für Fans neben seinem Auftritt beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle in diesem Jahr die einzige Gelegenheit, den immer stärker werdenden Thiem live auf österreichischem Boden zu sehen.

Koubek ist von der Entwicklung des Weltranglisten-Siebenten angetan. „Wow, kann man nur sagen. Es ist echt beeindruckend. Wie normal er auch ist, wie lässig er drauf ist. Ich mag ihn einfach, dem schaut man so gerne zu“, schwärmte Koubek, der einst selbst bis auf Platz 20 im ATP-Ranking geklettert war. „Da fiebert man wieder so richtig mit. Er verwöhnt uns mit Supermatches.“

Dass es dahinter aktuell nicht so gut aussieht, hat freilich u.a. mit der Langzeitverletzung Andreas Haider-Maurers zu tun. Gerald Melzer habe in Paris die Qualifikation nur knapp verpasst und Jürgen Melzer ist derzeit von einer Verletzung im linken Schlag-Ellbogen zurückgeworfen worden.

Mit Thiem soll jetzt jedenfalls einmal im September der Klassenerhalt fixiert werden, denn im Falle einer Niederlage ginge es im Oktober sogar gegen den Abstieg (noch dazu würde sich der Termin mit dem Wien-Turnier überschneiden).

Ob Koubek glaubt, dass das Standing von Thiem in Österreich noch wesentlich wachsen würde, würde er künftig zum Wiederaufstieg in die Weltgruppe beitragen und große Davis-Cup-Matches bestreiten. „Ich finde, dass das Nationalteam etwas Besonderes ist. Ich glaube persönlich, dass es noch einen Unterschied ausmachen würde“, sagte Koubek. Er ortet eine Zweiteilung der österreichischen Tennisfans, die Thiem einerseits recht geben, der persönlichen Karriere auch öfter den Vorrang zu geben, andere wollen ihn lieber immer im Davis Cup sehen.

Koubek ist freilich bewusst, wie schwierig die Planung aufgrund des extrem dichten Turnierkalenders ist. „Als Top-Ten-Spieler hast du eine richtig harte Saison und Davis Cup passt nicht immer rein, aber das ist dann einfach eine mentale Entscheidung. Mich würde es als Kapitän freuen, wenn man wissen würde, dass er mal zwei Saisonen spielt“, äußert Koubek einen gewagten Wunsch. „Mit dem Dominic hast du den gewissen Unterschied, dass du in die Weltgruppe aufsteigen und dort bestehen kannst. So wie früher mit Tom (Muster, Anm.).“

Und dann könnte sich Koubek als Kapitän auch endlich jenen Traum erfüllen, der ihm als Spieler verwehrt blieb: „Ich wollte immer in einem Weltgruppenmatch aufsteigen, das ist mir leider nie gelungen.“