US-Konsum mit stärkstem Anstieg in diesem Jahr
Washington (APA/Reuters) - Die US-Verbraucher haben zu Beginn des 2. Quartals wieder mehr Geld ausgegeben. Dies signalisiert eine anziehende...
Washington (APA/Reuters) - Die US-Verbraucher haben zu Beginn des 2. Quartals wieder mehr Geld ausgegeben. Dies signalisiert eine anziehende Inlandskonjunktur, die wiederum den Weg für eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank freimachen könnte. Der private Konsum stieg im April um 0,4 Prozent zum Vormonat und damit so kräftig wie seit Dezember nicht mehr, wie das Handelsministerium in Washington am Dienstag mitteilte.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet. Im März hatte es nach revidierten Zahlen ein Plus von 0,3 Prozent gegeben. Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba sagte, der Konsumanstieg sei erfreulich „und deutet nach dem schwachen ersten Quartal auf einen verbesserten Start ins zweite Quartal“.
Der private Konsum in den USA steht für gut zwei Drittel der Wirtschaftskraft und ist damit eine tragende Säule der Konjunktur. Anfang 2017 gaben die US-Bürger allerdings - auf das Jahr hochgerechnet - nur 0,6 Prozent mehr aus als im Vorquartal und damit so wenig wie seit Ende 2009 nicht mehr. Die Stimmung der Konsumenten trübte sich im Mai unterdessen überraschend deutlich ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel auf 117,9 Punkte von 119,4 Zählern im Vormonat, wie das Institut Conference Board unter Berufung auf seine monatliche Umfrage mitteilte. Experten hingegen hatten mit einen geringeren Rückgang gerechnet.
Wegen des anziehenden Arbeitsmarktes hat die Notenbank Federal Reserve im März das Zinsniveau auf 0,75 bis 1,0 Prozent erhöht und will dieses Jahr noch nachlegen. Viele Experten rechnen damit, dass es schon im Juni dazu kommt. Die Notenbank ist bei der angestrebten Inflationsrate allerdings nicht am Ziel. Die Währungshüter achten besonders auf Preisveränderungen bei persönlichen Ausgaben der Verbraucher (PCE): Dabei werden Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert. Dieser Wert lag im April bei 1,5 (März: 1,6) Prozent und damit noch klar unter der Fed-Zielmarke von zwei Prozent. Helaba-Fachmann Umlauf sagte, bei dieser Kennziffer sei der Preisdruck „erneut nur moderat und so dürften sich die Fed-Vertreter bestätigt sehen, die weiterhin eine graduelle Anpassung des Zinsniveaus fordern“.