Nigerianische Chibok-Mädchen kehren vorerst nicht Heimatdorf zurück
Abuja (APA/AFP) - Die Anfang Mai aus dreijähriger Geiselhaft freigelassenen nigerianischen Schülerinnen werden vorerst nicht in ihr Heimatdo...
Abuja (APA/AFP) - Die Anfang Mai aus dreijähriger Geiselhaft freigelassenen nigerianischen Schülerinnen werden vorerst nicht in ihr Heimatdorf Chibok zurückkehren. Die 82 jungen Frauen wurden am Dienstag von einer Einrichtung in der Hauptstadt Abuja aufgenommen, wie die nigerianische Familienministerin Aisha Alhassan sagte. Dort sollen sie wieder Unterricht bekommen sowie psychologisch und medizinisch versorgt werden.
Mit dem Beginn des neuen Schuljahres im September sollen die jungen Frauen an Schulen „im ganzen Land“ verteilt werden, aber nicht nach Chibok zurückkehren, wie die Ministerin sagte. Wenn eines der Mädchen jedoch zu seinen Eltern zurück wolle, würden die Behörden dies erlauben. „Wir werden niemanden ohne seine Einwilligung hier behalten“, sagte Alhassan.
Die Islamistengruppe Boko Haram hatte die 82 Schülerinnen am ersten Mai-Wochenende nach längeren Verhandlungen unter internationaler Vermittlung freigelassen. Im Gegenzug entließ die Regierung fünf inhaftierte Boko Haram-Kommandeure.
Die Entführung der zwölf- bis 17-jährigen Schülerinnen vor rund drei Jahren hatte international für Entsetzen gesorgt, das Schicksal der Mädchen wurde zu einem Symbol für den Konflikt mit der Jihadistengruppe in Nigeria. Zahlreiche Prominente setzten sich unter dem Slogan „BringBackOurGirls“ für ihre Freilassung ein.
Derzeit werden aber immer noch mehr als hundert Mädchen vermisst. Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias.