Misik und Kern präsentierten Misik über Kern

Wien (APA) - Publizist Robert Misik hat ein Porträt über Kanzler Christian Kern (SPÖ) verfasst. Das machte es naheliegend, dass die beiden D...

Wien (APA) - Publizist Robert Misik hat ein Porträt über Kanzler Christian Kern (SPÖ) verfasst. Das machte es naheliegend, dass die beiden Dienstagabend auch die Hauptprotagonisten der Buchpräsentation waren, die symbolträchtig in der Kreisky-Villa in Wien-Döbling abgehalten wurde. Zufrieden mit dem zu Papier Gebrachten sind sowohl Verfasser als auch Porträtierter.

Dass man sich seit gut 30 Jahren kennt, sei kein Nachteil gewesen, befanden die beiden bei einer rund einstündigen Plauderei, der unter anderem auch Staatssekretärin Muna Duzdar und Stadtrat Michael Ludwig (beide SPÖ) lauschten. „Die Nähe schafft immer ein besseres Buch“, glaubt Misik. Kern versicherte: „Der Robert ist Freund und Kritiker in einer Person.“

Allzu viel auszusetzen hatte der SPÖ-Chef an dem, was Misik nach monatelanger Begleitung Kerns zu Papier brachte, nicht. Inhaltlich will Kern gar nichts ausgebessert haben, nur Formalia, etwa den falsch geschriebenen Namen seiner Ehefrau.

Bei der Präsentation wurde Kern die Möglichkeit gegeben, ein weiteres Mal zu skizzieren, wieso es ihn in die Politik gezogen hat - der „Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft“ wegen, führte der Kanzler aus und betonte wiederholt, wie wohl er sich doch in seiner politischen Heimat fühle: „Ich bin froh, dass ich ein Teil von diesem Ganzen bin.“ Daher gebe es auch keine Liste Kern bei der Wahl, spöttelte der SPÖ-Chef in Richtung des designierten ÖVP-Obmanns Sebastian Kurz, der seine Partei ja im Wahlkampf hinter seine Person rücken will.

Apropos Wahl: Kern versicherte, dass er nie vorgehabt habe, in vorgezogene Neuwahlen zu gehen. Angst vor diesen hat er freilich nicht: „Was jetzt kommen wird, wird wirklich unterhaltsam.“

Dass mit der nun restriktiveren Flüchtlingspolitik der FPÖ nachgelaufen werde, bestritt Kern übrigens. Hier müsse man realistisch sein. Seine Sorge sei, dass man ansonsten eine zerfallende Gesellschaft erben würde.

Seinen viel kritisierten Spruch, dass 95 Prozent der Politik Inszenierung sei, wiederholte Kern Dienstagabend: „Ich glaube das tatsächlich.“ Angeheftet wurde seine schon bekannte Kritik an den Medien, befinde man sich doch in einer „unglaublich populistischen Spirale.“

(Eine Rezension zu Misiks Buch „Christian Kern - ein politisches Porträt“ im Residenz-Verlag hat die APA am 20. Mai veröffentlicht.)

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