Reuters: Deutschland will EU-Hilfen an Rechtsstaatsreformen knüpfen
Brüssel/Berlin (APA/Reuters) - Die Europäische Union soll nach dem Willen der Bundesregierung künftig EU-Strukturhilfegeld erstmals auch an ...
Brüssel/Berlin (APA/Reuters) - Die Europäische Union soll nach dem Willen der Bundesregierung künftig EU-Strukturhilfegeld erstmals auch an Rechtsstaatsreformen knüpfen. Das geht aus einer Reuters am Dienstag vorliegenden Stellungnahme der deutschen Bundesregierung zu den sogenannten EU-Kohäsionsfonds hervor.
Damit, so heißt es in dem in der Bundesregierung bereits abgestimmten Papier, solle ein „zusätzlicher Anreiz“ zur Umsetzung der von der EU-Kommission vorgelegten länderspezifischen Empfehlungen gegeben werden. Sehr brisant könnte dies vor allem für osteuropäische EU-Staaten wie Polen und Ungarn werden. Diese bekommen hohe Summen aus dem EU-Haushalt - liegen mit der EU-Kommission aber im heftigen Streit wegen umstrittener Reformen im rechtsstaatlichen Bereich.
So ermittelt die EU-Kommission gegen die nationalkonservative PiS-Regierung in Warschau wegen umstrittener Justizgesetze. In Ungarn hatte die EU-Kommission zuletzt die drohende Schließung der Soros-Universität in Budapest bemängelt und die Regierung aufgefordert, ein entsprechendes Hochschulgesetz wieder zu ändern.
In dem siebenseitigen Papier heißt es, dass generell eine stärkere Verbindung zwischen Empfehlungen der Kommission und der Auszahlung von Geld geschaffen werden sollte. Dann folgt der Satz: „Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob der Erhalt von EU-Kohäsionsmitteln auch an die Einhaltung von rechtsstaatlichen Grundprinzipien geknüpft werden kann.“