UNO-Bericht zu Verbrechen in Zentralafrikanischer Republik vorgelegt

Bangui (APA/AFP) - Die UNO hat am Dienstag einen mehr als 300 Seiten umfassenden Bericht über Massaker, Vergewaltigungen und zahlreiche ande...

Bangui (APA/AFP) - Die UNO hat am Dienstag einen mehr als 300 Seiten umfassenden Bericht über Massaker, Vergewaltigungen und zahlreiche andere Verbrechen vorgelegt, die zwischen 2003 und 2015 in der Zentralafrikanischen Republik begangen wurden. In dem Bericht werden 620 Verbrechen aufgezeigt, darunter auch Folter, Entführungen und die Rekrutierung von Kindersoldaten.

Derzeit nimmt in der Hauptstadt Bangui ein Sonderstrafgericht seine Arbeit auf, das aus Richtern aus dem In- und Ausland zusammengesetzt ist. Die Einrichtung des Gerichts wurde 2015 beschlossen. Zum Richtergremium gehören zwei Richter aus Zentralafrika, einer aus Burkina Faso und einer aus Frankreich. Damit wurde erstmals die Möglichkeit geschaffen, Verbrechen nach internationalen Rechtsstandards zu verfolgen. „In der Zentralafrikanischen Republik war die Straflosigkeit immer die Regel - und die Justiz die Ausnahme“, heißt es in dem UNO-Bericht.

Seit 2013 habe das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF eine Zunahme der Vergewaltigungen festgestellt. Ein Großteil der Vergewaltigungen seien kollektive Vergewaltigungen mit bis zu 20 Tätern. Die Vergewaltigungen seien oftmals in aller Öffentlichkeit und vor den Augen der Angehörigen erfolgt.

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Bei Massakern von konkurrierenden Milizen wurden in den vergangenen Jahren tausende Menschen getötet. Trotz eines fast drei Jahre währenden französischen Militäreinsatzes und der Präsenz von 12.500 UNO-Soldaten befinden sich große Teile des Landes unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA605 2017-05-30/22:30