Gerald Pichowetz - „Fünfer“ auf dem Weg nach Mörbisch entgleist
Mörbisch (APA) - Er war der „Fünfer“ in der beliebten ORF-Serie „Kaisermühlen Blues“ und hätte nach einer Station im Gloria-Theater in Wien-...
Mörbisch (APA) - Er war der „Fünfer“ in der beliebten ORF-Serie „Kaisermühlen Blues“ und hätte nach einer Station im Gloria-Theater in Wien-Floridsdorf 2018 Intendant der Seefestspiele Mörbisch werden sollen. Aus dem Engagement von Gerald Pichowetz (52) wird nun aber doch nichts. Details sollen am Mittwochnachmittag bekannt gegeben werden.
Der am 1. August 1964 geborene Pichowetz besuchte in Wien bereits mit 17 Jahren die Schauspielschule Krauss und nahm danach bei Lola Braxton Unterricht nach dem System Stanislawski. Zu seinen beruflichen Stationen zählen das Theater in der Josefstadt und die Volksoper, zu seinem Repertoire gehören Sprechrollen vom Drama bis zur Komödie genauso wie Musiktheaterproduktionen.
Pichowetz gründete auch das Theater „Bühne 21“, das er 20 Jahre lang führte. 2001 folgte das Gloria-Theater, wo er auch gerne als Schauspieler oder Regisseur auf der Bühne steht und das 2011 unter anderem mit einem Kontrollamtsbericht zur hohen Verschuldung in die Medien gelangte. 2013 wirkte der Schauspieler mit Roswitha Wieland bei den „Dancing Stars“ im ORF mit. Die beiden schieden damals in der sechsten Sendung aus.
Auf sich aufmerksam machte Pichowetz seither unter anderem im Dezember 2014 mit einer verbalen Entgleisung via Facebook nach einem Einbruch in seinem Zuhause. Für sein 744 Wörter langes Posting, in dem er den Einbrechern „mit zu 100% ausländischem Hintergrund“ unter anderem „süße Befindlichkeiten“ wie Pest, Krebs und Cholera wünscht und beklagt, „wir reichen, fettgefressenen Österreicher, können uns das ja leisten - reden uns auch unsere Politiker ein, darum sind ja so viele von Euch da!“, löste er online eine heftige Diskussion aus.
Das Land Burgenland hatte für die Bestellung des neuen Intendanten der Mörbischer Seefestspiele eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Peter Zulehner, früher Personalvorstand bei Magna International, eingesetzt. Die neue Intendanz sei „eindeutig“ bei allen Kommissionsmitgliedern als Sieger aus dem Hearing hervorgegangen, hieß es damals. Die Freude über seine neue Intendanten-Aufgabe ab 2018 in Mörbisch war bei Pichowetz groß: „Ich brenne richtig dafür, ich kann es eigentlich kaum erwarten“, sagte er damals in Eisenstadt. Nun ist seine Intendanz aber bereits vorbei, bevor sie begonnen hat.
(B I L D A V I S O - Zahlreiche Fotos von Gerald Pichowetz sind im AOM abrufbar.)