Judo

Graf probiert‘s beim Comeback mit ein paar Pfunden mehr

Bernadette Graf greift beim Comeback in einer höheren Gewichtsklasse an.
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78 statt 70 kg: Die Tiroler Judo-Kämpferin Bernadette Graf freut sich auf ihr Comeback und hat bewusst einige Kilos mehr auf den Rippen.

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck –Wer glaubt, Schweinsbraten stehe nun auf dem Ernährungsplan von Judo-Kämpferin Bernadette Graf, der hat weit gefehlt. „Ich esse noch immer gleich gesund“, sagt die Olympia-Fünfte von Rio 2016. Und doch ist etwas anders. Das „Gewichtmachen“ – so nennen die Kampfsportler die obligatorische Gewichtsreduktion vor der Abwaage – fällt diesmal aus. „Das vermisse ich auch nicht“, verrät die Tulferin, die bei den European Open in Bukarest (ROM) am Sonntag in der Klasse bis 78 kg (statt bis 70 kg) antreten wird.

Mit mehr Pfunden soll das Comeback nach neunmonatiger Wettkampfpause (Schulter-OP) leichter fallen. „Es ist ein Testwettkampf“, sagt die 24-jährige Heeressportlerin, die den Klassenwechsel mit Nationaltrainer Marko Spittk­a ausgeknobelt hat. Ein Fingerzeig Richtung Olympia 2020 sei das aber noch nicht. „Ich kämpfe jetzt zwei Turnier­e und dann werden wir weiterschauen.“

Ganz ausgeschlossen scheint ein Wechsel aber nicht zu sein. Graf sagt, sie könne sich „eventuell“ vorstellen, in der neuen Gewichtsklasse zu bleiben. Das hänge auch davon ab, wie die Schulter reagiere. „Die Gegnerinnen sind schwerer und noch stärker. Andererseits hätte das erneute Abnehmen der Schulter nicht gut getan.“

Dass Graf eine Spezialistin für starke Comebacks ist, hat sie im Frühling 2016 hinlänglich bewiesen. Bei ihrem ersten Antreten nach einer Knieverletzung gewann sie den Grand Prix von Düsseldorf. „Ich lasse mich überraschen, wie es läuft. Natürlich will ich immer eine Medaille holen.“

Trainingspartnerin Kathrin Unterwurzacher verzichtet indes auf Bukarest und trainiert ausgerechnet dort, wo es viele kalorienreiche Genüsse gibt: in der Südsteiermark.