Unwetter in Südasien

Humanitäre Krise nach Zyklon in Bangladesch, 200 Tote in Sri Lanka

Von den Massenevakuierungen in Banlgadesch waren 600.000 Menschen betroffen.
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Nach dem Zyklon „Mora“ gibt es in Bangladesch eine akute Nahrungsmittel- und Gesundheitskrise. Vergangenes Wochenende war der Inselstaat Sri Lanka betroffen. Dort starben in der Folge heftiger Monsun-Unwetter mehr als 200 Menschen.

Cox‘s Bazar /Colombo - Nach dem verheerenden Zyklon „Mora“ ist die Lage im Südosten von Bangladesch prekär. „Es gibt eine akute Krise bei Nahrungsmitteln, Unterbringung, Gesundheitsversorgung, Wasser und sanitären Anlagen“, sagte die örtliche Vertreterin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Sanjukta Sahany, am Mittwoch. Außerdem habe der Sturm von Hilfsorganisationen betriebene Kliniken beschädigt.

„Mora“ hatte am Dienstag zwischen den Städten Chittagong und Cox‘s Bazar mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Stundenkilometern gewütet. Nach Angaben der Behörden kamen sechs Menschen ums Leben. Außerdem zerstörte oder beschädigte der Zyklon mindestens 17.000 Häuser, von den Massenevakuierungen waren 600.000 Einwohnern betroffen. Die Regierung in Dhaka wollte Schiffe mit Hilfslieferungen losschicken.

Besonders schwer getroffen wurden die Flüchtlingslager für die muslimische Rohingya-Minderheit, in denen etwa 300.000 Menschen leben. Allein in diesen Camps wurden laut IOM-Vertreterin Sahany mindestens 16.000 Behausungen beschädigt oder zerstört. Bei den Rohingya sei bisher keine Hilfe angekommen, sagte einer ihrer Vertreter, Mohammad Rafique Habib. „Schwangere Frauen, Kinder und alte Menschen leiden am meisten.“

16 Länder schickten Hilfslieferungen nach Sri Lanka

Südasien wird zu Beginn der Monsun-Zeit häufig von Unwettern heimgesucht. Vergangenes Wochenende war der Inselstaat Sri Lanka betroffen. Dabei kamen nach neuen Angaben der Behörden mindestens 202 Menschen ums Leben. Außenminister Ravi Karunanayake teilte mit, mittlerweile hätten 16 Länder Hilfslieferungen geschickt. Auch andere Staaten hätten gefragt, wie sie helfen könnten. „Wir sind gerührt von der spontanen Reaktion“, sagte der sri-lankische Chefdiplomat in Colombo. (APA/AFP)