Bezirk Innsbruck-Land

Völs beschreitet neue Wege bei Betreuung und Pflege

Millionenprojekt: Der Erweiterungsbau beim Haus der Senioren.
© Domanig

Die Marktgemeinde setzt auf einen massiven Ausbau der mobilen Pflege. Auch die Erweiterung beim Haus der Senioren ist Teil dieser Strategie.

Von Michael Domanig

Völs –Moderater Ausbau der stationären, massiver Ausbau der mobilen Pflege: So könnte man die Strategie der Marktgemeinde Völs bei der Betreuung älterer Bürger auf den Punkt bringen. Zentraler Teil dieser Strategie ist der Erweiterungsbau beim Haus der Senioren, dessen Firstfeier heute begangen wird. Zur Aufstockung der stationären Plätze von 49 auf 60 kommen sechs Plätze für Tagesbetreuung sowie je zwei für Kurzzeit- und Palliativpflege. In nächster Nähe errichtet die Baugenossenschaft Frieden zudem einen Neubau mit 17 Plätzen für betreutes Wohnen. Ein überdachter Rundgang wird den gesamten Komplex barrierefrei verbinden, inklusive der angrenzenden seniorengerechten Wohnungen in der Moosau.

In den 70er-Jahren war Völs die jüngste Gemeinde in ganz Österreich, heute steht man vor enormen Herausforderungen, was die Versorgung der alternden Bevölkerung betrifft. „Wenn wir nur auf den stationären Bereich setzen würden, bräuchten wir mittelfristig 130 Plätze und mehr“, erklärt Misch­a Todeschini, Bereichsleiter Pflege im Haus der Senioren. Übergeordnetes Ziel sei daher immer, die Menschen so lange wie möglich zu Hause zu betreuen. Dass sich viele Völser genau das wünschen, zeigte 2012 eine Umfrage im Rahmen eines eigens gestarteten Strategieprozesses. „Die zweite Kernaussage war, dass die Leute eine zentrale Anlaufstelle in Sachen Beratung, Betreuung und Pflege wollen“, sagt Todeschini. In Kooperation mit dem Gesundheits- und Sozialsprengel habe man auch das umgesetzt: Seit 1. Jänner 2014 läuft die gesamte Beratung über den Sprengel, während alle Dienstleistungen – von Haushaltshilfe bis Hauskrankenpflege – vom Haus der Senioren abgewickelt werden. Ein „Personalpooling“ macht es möglich, dass dieselben Mitarbeiter sowohl in der mobilen Pflege als auch im Heim selbst tätig sind. Die Leistungsstunden für die Pflege zuhause haben sich von 2014 bis 2016 von 3500 auf 7100 mehr als verdoppelt, berichtet Todeschini, der sich freut, dass das „Völser Modell“ auch vom Land als Vorbild für andere Gemeinden genannt werde.

Laut BM Erich Ruetz sollen die Neubauten bis Jahresende fertig sein und die Bewohner im Frühjahr 2018 übersiedeln. Danach kann der Umbau des Bestandsgebäudes beginnen. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 9,4 Mio. Euro, die Baukosten für das betreute Wohnen betragen 2,5 Mio. Euro.

Die Baugenossenschaft Frieden errichtet einen Neubau mit 17 Plätzen für betreutes Wohnen.
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