Festival der Regionen mit Kreisky-Konzert zum Start

Marchtrenk (APA) - Das „Festival der Regionen“ in Marchtrenk in Oberösterreich widmet sich von 30. Juni bis 9. Juli dem Themenkreis Flucht u...

Marchtrenk (APA) - Das „Festival der Regionen“ in Marchtrenk in Oberösterreich widmet sich von 30. Juni bis 9. Juli dem Themenkreis Flucht und Migration sowie dem gesellschaftlichen und künstlerischen Umgang damit. 200 Kulturschaffende aus 26 Ländern sind zu Gast. Am Eröffnungswochenende erwartet die Besucher u.a. die österreichische Erstaufführung von Marta Gornickas „Hymn to Love“ und ein Kreisky-Konzert.

Das seit 1993 bestehende Festival findet biennal an wechselnden Orten abseits städtischer Kulturzentren statt. Die 13.000-Einwohner-Stadt Marchtrenk mit ihrer Lage zwischen Linz und Wels an der Linzer Straße (B1) und mit ihrer Geschichte als Zuzuggemeinde Heimatvertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg war prädestiniert für das diesjährige Thema „Ungebetene Gäste“, mit dem sich insgesamt 32 Kunst- und Kulturprojekte befassen. Sie sind wieder großteils partizipativ angelegt, wie Festivalleiter Gottfried Hattinger bei der Vorstellung am Mittwoch betonte.

Die Berliner Künstlergruppe Club Real nähert sich der Problemstellung, indem sie aus Gärten Staaten mit eigenen Verfassungen macht. Fragen wie „Wer lebt in dem Garten?“ werfen weitere auf, etwa, ob die Wegschnecke denn auch hier sein darf, oder wie man es mit dem Zaun hält. Leonhard Müllner und Georg Ritter bieten Fenstersprünge aus Häusern an - als Start in die weite Welt.

Zu Festivalbeginn steht ein Konzert der Band Kreisky - heuer ihr erstes reguläres mit neuen Liedern - auf dem Programm. Am Eröffnungswochenende feiert zudem Marta Gornickas „Hymn to Love“ österreichische Erstaufführung. Die Künstlerin beschreibt das Stück als „monströses nationales Liederbuch“, in das Volkslieder ebenso eingeflossen sind wie Märsche oder religiöse Hymnen, und bei dessen Ausarbeitung sie das Bild der KZ-Häftlingsorchester vor Augen gehabt habe.

Willi Dorner unternimmt in „Zugezogen“ gemeinsam mit zahlreichen Marchtrenkern einen „choreografischer Spaziergang“ durch die Stadt. Götz Bury und das Marchtrenk Chamber Arts Ensemble spielen in „Das klingende Haus“ Hausmusik der etwas anderen Art: Ein ganzes Gebäude wird zum Klangkörper - Waschtrommeln zu Geigen, Kanal- und Heizungsrohre zu Blechblasinstrumenten, ein Kasten zu einem Kontrabass.

Corina Forthuber und David Six präsentieren im Festivalzentrum ein „Museum der ungebetenen Gastgeschenke“, die Palette des Unbrauchbaren und Geschmacklosen reicht von Geflügelscheren für Vegetarier über Schnapsgläser für trockene Alkoholiker bis hin zu völlig nutzlosem Zierrat. Und das Projekt „Gute Gründe“ möchte einen Diskurs provozieren, ob denn die zeitgenössische Kunst selbst ein willkommenes Mitbringsel ist. Von den Marchtrenkern wird nachdrücklich gefordert, Farbe zu bekennen: „Soll die Kunst kommen oder bleiben, wo der Pfeffer wächst?“

( S E R V I C E - Infos unter www.fdr.at)