Südtirol stellt sich auf Bären und Wölfe ein
Bozen (APA) - Die Präsenz von Wölfen und Bären wird in den kommenden Jahren in Südtirol zunehmen. Daher stellt man sich beim Land unter ande...
Bozen (APA) - Die Präsenz von Wölfen und Bären wird in den kommenden Jahren in Südtirol zunehmen. Daher stellt man sich beim Land unter anderem mit einer Herdenschutzberatung, die im Amt für Bergwirtschaft eingerichtet wurde, auf die damit verbundenen Herausforderungen ein. Dort sollen Betroffene Hilfestellungen im Hinblick auf Herdenschutzhunde und Koppeln erhalten.
„Der Umgang mit den Großraubtieren in unserem Land bleibt eine Herausforderung, und das Management ist Aufgabe aller“, erklärte der zuständige Landesrat Arnold Schuler (SVP). Das Thema sei „spannend und spannungsgeladen“. Es gelte, die Möglichkeiten des Herdenschutzes zu bewerten und ein Konzept für das ganze Land zu erstellen, so Schuler.
Ende Februar bis Mitte März konnten laut dem Amt für Jagd und Fischerei im Gebiet von Fennberg regelmäßig Nachweise eines Bären bestätigt werden. Anhand des gesammelten genetischen Materials stellte sich heraus, dass es sich um das sechsjährige Männchen M22 handelt. Dieser Bär sei bereits seit dem Jahr 2013 jährlich im Frühjahr und Herbst dort nachgewiesen worden, hieß es. Zudem wurden Mitte März im Gemeindegebiet von Proveis Spuren eines Braunbären vom dort zuständigen Jagdaufseher bestätigt. Auch Übergriffe habe es gegeben: Mitte April wurde im Gebiet von Laas ein Bienenhaus aufgebrochen und ein Bienenstock zerstört, Mitte Mai ein Bienenvolk in der Gemeinde Kaltern zerstört. In beiden Fällen seien Bärenhaare gefunden worden.
Auch Wolfssichtungen wurden registriert: Im Gadertal wurde Anfang Februar die Präsenz zweier Tiere nach einem Rehriss und durch das Bild einer Fotofalle nachgewiesen. In Toblach wurden Mitte Februar Spuren gesichtet. Am Deutschnonsberg hielt eine Fotofalle von Jänner bis Mitte März Spuren von einem Wolfspaar fest. Unter anderem wurden vier Schafe und einem Lamm Anfang April gerissen, Anfang Mai erfolgte der Riss eines Rotwildes.