Kabul - eine schwer zu sichernde Metropole mit vielen Zentren
Kabul (dpa) - Kabul ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Afghanistans und gilt als eine der am schnellsten wachsenden ...
Kabul (dpa) - Kabul ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Afghanistans und gilt als eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Seit der militärischen Intervention der Sowjetunion (1979 bis 1989) hat sich die Bevölkerung Kabuls vor allem durch den Zustrom von Binnenflüchtlingen vervielfacht.
Nach Angaben des Statistikamtes liegt die Zahl der Einwohner heute bei knapp vier Millionen, der größte Teil von ihnen lebt in Notunterkünften.
Kabul hat mehrere Zentren. Das politische Zentrum ist das mittig gelegene Diplomaten- und Regierungsviertel der Stadt. Dort liegen die meisten Ministerien und der Präsidentenpalast, aber auch die Hauptquartier westlicher Institutionen wie das NATO-Hauptquartier, viele Botschaften oder die EU-Zentrale. Die Gegend ist gesichert mit Hunderten von meterdicken Sprengschutzwänden, rollbaren Stacheldrahtbarrieren und Sicherheitsposten. Die Posten sollen einen sogenannten „stählernen Ring (Ring of Steel) bilden - der wird wegen seiner Durchlässigkeit aber oft verspottet.
Dass die Gegend schwer zu sichern ist, liegt teilweise am massiven Verkehr, der sich in dieser Gegend, das auch eines der ökonomischen Zentren von Kabul ist, durch nur wenige Hauptstraßen quälen muss. Dort herrscht fast immer Stau. Für manche Straßen in dieser Gegend braucht man Zugangspässe. Tausende Menschen sind deswegen auch zu Fuß unterwegs, um ihre Arbeitsstellen in Büros, Botschaften oder Ministerien zu erreichen. Hier gibt es regelmäßig schwere Anschläge.
Ein weiteres politisches Zentrum liegt im Südwesten, um das Parlament herum. Auch hier gibt es viele Anschläge, vor allem entlang der Darulaman-Prachtstraße.
Ein ökonomisches Zentrum ist das Basarviertel der Stadt im Süden am Kabul-Fluss entlang. Hier sind sehr viel weniger Sicherheitskräfte unterwegs. Viele Gebäude sehen noch aus wie unmittelbar nach dem Bürgerkrieg in den 90er Jahren: zerschossen und zerfallen.