Grüne: Kein radikaler Kurswechsel
Wie groß der personelle Umbruch im Klub der Innsbrucker Grünen ausfallen wird, ist noch offen. Georg Willi muss auf einen Mix setzen.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Der Großteil des grünen Gemeinderatsklubs musste das Ergebnis der Bezirksversammlung vom Montag erst einmal ein paar Tage sacken lassen. Denn mit der Wahl Georg Willis zum Spitzenkandidaten für die Innsbrucker Gemeinderatswahl 2018 dürfte sich auch der Klub verändern müssen. Noch ist offen, wer von dem achtköpfigen Gemeinderatsteam auch unter Willis Fahnen in eine neue Amtsperiode segeln will.
Fix ist der Abgang der unterlegenen Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider. Sie kehrt in die Privatwirtschaft zurück. Auch Gerhard Fritz hatte im Falle der Abwahl Pitscheiders ein Ende seiner politischen Laufbahn in der Gemeindepolitik angedeutet. Definitiv soll dieser aber noch nicht sein. Wenn, dann müsste der Stadtrat aber wohl wieder als Gemeinderat tätig werden. Im Senat dürfte für ihn ab 2018 kein grüner Sitz mehr reserviert sein.
Klubobfrau Uschi Schwarzl indes dürfte allem Anschein nach auch für 2018 auf der grünen Kandidatenliste zu finden sein. Dass Mesut Onay an wählbarer Stelle auftauchen wird, ebenso – er war schließlich der einzige Gemeinderat, der Willi offen unterstützte. Marcela Duftner und Renate Krammer-Stark dürften auch auf eine weitere Amtszeit hoffen, Finanzsprecher Thomas Carli will sich im Sommer entscheiden. Kathrin Heis soll schon zuvor einen Rückzug angekündigt haben.
Willi muss neue Gesichter bringen. Zumindest aber nach außen sind neue junge grüne Hoffnungsträger nicht auszumachen. Im September/Oktober soll die neue Liste stehen. Ein radikaler inhaltlicher Kurswechsel ist aber eher nicht zu erwarten. Denn schließlich gründen die derzeit guten Umfragewerte der Innsbrucker Grünen auch auf der fünfjährigen Regierungsarbeit des derzeitigen Klubs.
Dass Willi im Bürgermeisterduell mit Christine Oppitz-Plörer seine Beliebtheitswerte in den Vordergrund rücken dürfte, wäre nur logisch. Zum Vergleich: Bei der Nationalratswahl 2013 konnte Willi in der Stadt über 4650 Vorzugsstimmen für sich verbuchen, also fast halb so viele Stimmen wie die Grünen als Partei (knapp 9400) bei der Gemeinderatswahl 2012 erreichten. Oppitz-Plörer konnte 2012 als Listenerste nur rund 1080 Vorzugsstimmen auf sich vereinen. In der BM-Direktwahl erhielt sie im ersten Wahlgang knapp 15.300 Stimmen.