Caritas verlangt Reformen im Behindertenbereich

Wien (APA) - Behindert ist, wer behindert wird. Ausgehend von dieser Feststellung haben Caritas-Präsident Michael Landau und fünf Interessen...

Wien (APA) - Behindert ist, wer behindert wird. Ausgehend von dieser Feststellung haben Caritas-Präsident Michael Landau und fünf Interessensvertreter aus Tagesstätten und Wohngruppen der Organisation für Menschen mit Behinderung am Mittwoch bei einer Pressekonferenz eine Reihe von Forderungen an Politik und Gesellschaft präsentiert, die Möglichkeiten für und den Umgang mit Behinderten betreffen.

„Nicht alles ist schlecht, aber manches könnte man viel besser machen.“ Das hielt Robert Kapolnai, Interessensvertreter einer Caritas-Tagesstätte für Menschen mit Behinderung in Lanzendorf (Niederösterreich) fest. Seine Forderungen und die seiner Kollegen reichen von mehr Arbeitsmöglichkeiten in Firmen inklusive fairer Bezahlung über günstigere Benützungsmöglichkeiten für öffentliche Verkehrsmittel, leicht verständliche Wahlprogramme, mehr Kontakt zu Nicht-Behinderten bis zur Klarstellung, dass sie als Patienten vom Arzt direkt und nicht via Betreuer angesprochen werden wollen.

Ziel sei eine barrierefreie, inklusive Gesellschaft, sagte Michael Landau und fügte hinzu: „Auch wir sind hier unterwegs und nicht am Ziel.“ An die Politik richtete er eine Reihe handfester Forderungen: eine eigene Abteilung am S für Menschen mit Behinderung wie schon von Behindertenanwalt Hansjörg Hofer vorgeschlagen, eine bessere finanzielle und auch pensionsrechtliche Absicherung von Beschäftigten und mehr inklusiv geführte Schulen wie die Caritas-Schule Am Himmel in Wien, einer einstigen Sonderschule.

„Österreich hat sich im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, bis 2020 ein flächendeckendes inklusives Bildungssystem mit Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung einzurichten“, mahnte der Caritas-Präsident. Kritik übte er an der Politik auch in einem anderem Punkt: „Der Föderalismus in Österreich ist alles andere als barrierefrei.“ Unterschiedliche Tagsätze bedingen unterschiedliche Personalschlüssel und damit Unterstützungsmöglichkeiten. „Es soll nicht vom Bundesland abhängen, welche Unterstützung Menschen bekommen“, sagte Landau.

~ WEB http://www.caritas.at/ ~ APA291 2017-05-31/13:12