Europas Leitbörsen schließen ohne klare Richtung

Frankfurt am Main (APA) - Nach zwei durchwachsenen Handelstagen haben die Leitbörsen Europas den Handel am Mittwoch erneut gemischt beendet....

Frankfurt am Main (APA) - Nach zwei durchwachsenen Handelstagen haben die Leitbörsen Europas den Handel am Mittwoch erneut gemischt beendet. Der Euro-Stoxx-50 fiel bis Handelsschluss um moderate 0,19 Prozent auf 3.554,59 Punkte. Auch auf Monatssicht hat sich damit kaum etwas bewegt, der Index verbucht im Mai ein minimales Plus von 0,10 Prozent.

In der Eurozone dürfte die jährliche Inflationsrate im Mai 1,4 Prozent betragen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber April mit 1,9 Prozent, heißt es in einer Schnellschätzung von Eurostat. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, aber nur auf 1,5 Prozent

Die rückläufige Teuerung nimmt den Druck von der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik zu straffen. Für die kommende Sitzung am 8. Juni rechnen Beobachter angesichts der soliden Konjunktur damit, dass sich die Notenbank optimistischer gibt und vorsichtige Signale für eine weniger lockere Geldpolitik aussenden könnte. Ein rascher Kurswechsel wird aber nicht erwartet.

Daneben ist die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf ein Acht-Jahres-Tief gesunken. Im April betrug die Arbeitslosenquote 9,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit März 2009. In Deutschland fiel indessen die Zahl der Arbeitslosen im diesem Monat auf den tiefsten Stand in einem Monat Mai seit 1991.

In den Fokus rückten zudem erneut politischen Unsicherheiten: Allen voran Großbritannien, wo laut neuesten Wahlumfragen die Konservativen eine absolute Mehrheit beim Urnengang am 8. Juni verfehlen könnten. Das britische Pfund geriet daraufhin heute merklich unter Druck.

Unternehmensseitig blieb es zur Wochenmitte eher ruhig. Im Euro-Stoxx-50 sackten Deutsche Bank mit minus 3,47 Prozent ans Ende der Kurstafel ab. Vor dem Hintergrund deutlich gefallener Ölpreise waren auch Eni (minus 1,61 Prozent) und Total (minus 0,60 Prozent) in der Verlustzone zu finden.

Die Titel des deutschen Versorgers E.ON zogen dagegen mit plus 2,87 Prozent an die Spitze des europäischen Leitindex. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete, will die finnische Fortum zunächst den 47-Prozent-Anteil von E.ON an Uniper übernehmen. Geplant sei dann die vollständige Übernahme des an der Börse gut 6 Mrd. Euro schweren Energieunternehmens. Uniper-Aktien kletterten um 4,05 Prozent nach oben.

Auch in Zürich richtete sich die Aufmerksamkeit auf Übernahme-Meldungen. Die Aktionäre des Agrochemieunternehmens Syngenta haben dem chinesischen Staatskonzern ChemChina in den vergangenen Wochen weitere Titel angedient. Nach Abschluss der Nachfrist kommt ChemChina nun auf 94,7 Prozent der Syngenta-Anteile. Syngenta-Aktien zogen um 2,68 Prozent an.

Daneben kletterten Ericsson (B-Aktien) an der Börse in Stockholm um 4,53 Prozent nach oben. Zuvor wurde bekannt, dass Cevian Capital einen Anteil von über fünf Prozent an dem schwedischen Netzwerkausrüster erstanden habe, berichtete der Finanznachrichtensender CNBC.

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Index Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX 3.123,54 -36,73 -1,16 3.160,27 Frankfurt DAX 12.615,06 16,38 0,13 12.598,68 London FT-SE-100 7.519,95 -6,56 -0,09 7.526,51 Paris CAC-40 5.283,63 -22,31 -0,42 5.305,94 Zürich SPI 10.248,87 1,50 0,01 10.247,37 Mailand FTSEMIB 20.731,68 -82,80 -0,40 20.814,48 Madrid IBEX-35 10.880,00 3,10 0,03 10.876,90 Amsterdam AEX 524,07 -1,64 -0,31 525,71 Brüssel BEL-20 3.888,32 -2,52 -0,06 3.890,84 Stockholm SX Gesamt 1.639,11 -0,73 -0,04 1.639,84 Europa Euro-Stoxx-5 3.554,59 -6,63 -0,19 3.561,22

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Euro-Stoxx 383,70 -0,71 -0,18 384,41 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA507 2017-05-31/18:06