Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Mittwoch nach einigen Kursschwankungen ein mickriges Plus ins Ziel gerettet. Zum Handelsend...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Mittwoch nach einigen Kursschwankungen ein mickriges Plus ins Ziel gerettet. Zum Handelsende stand der deutsche Leitindex 0,13 Prozent höher bei 12.615,06 Punkten. Seine Mai-Bilanz fiel mit der Mitte des Monats erreichten Rekordmarke von 12.841 Punkten und einem letztlichen Plus von knapp eineinhalb Prozent positiv aus. Auf Jahressicht steht ein deutlicher Anstieg von fast 10 Prozent zu Buche.
„Immerhin kam heute etwas Bewegung in den deutschen Aktienmarkt, wenn auch nur innerhalb der bekannten Handelsspanne“, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Allerdings sei der Versuch des DAX, den Widerstand bei 12.700 Punkten zu brechen, erneut gescheitert. Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sprach von einer „stabilen Seitenlage“ des DAX, der sich seit zwei Wochen in einem engen Rahmen bewegt. Er wertete es aber positiv, dass es im Mai entgegen dem bekannten Börsenmotto „Sell in May and go away“ zu keinen größeren Rückschlägen gekommen sei.
Uneinheitlich entwickelten sich am Mittwoch die anderen deutschen Indizes: Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,40 Prozent auf 25.128,46 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDAX um 0,21 Prozent auf 2.289,26 Zähler zulegte.
Das sich weiter drehende Fusions- und Übernahmekarussell bescherte den deutschen Energieversorgern weitere Kursgewinne. Im DAX legten E.ON und RWE um 2,87 beziehungsweise 2,47 Prozent zu und gehörten damit zu den Favoriten der Anleger. Ähnliches galt im MDAX für die E.ON-Kraftwerksbeteiligung Uniper und die RWE-Ökostromtochter Innogy, deren Anteilscheine um 4,05 beziehungsweise 1,30 Prozent vorrückten.
Bei E.ON und Uniper sorgte das angebliche Interesse des finnischen Versorgers Fortum an Uniper für Schwung. Bei RWE und Innogy rückten Analysten die jüngsten Spekulationen um einen Verkauf der Tochter wieder in den Fokus.
Ansonsten standen einige wenige Nachzügler der Berichtssaison im Blick. Bei Metro mussten die Anleger nach Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal einen Kursrutsch von 2,63 Prozent verkraften. Damit zählten die Aktien des vor der Aufspaltung stehenden Handelskonzerns zu den größten Verlierern im MDAX. Sie litten unter dem enttäuschenden Abschneiden im Elektronikgeschäft. Börsianer taten sich schwer mit der Einordnung von fortgeführten und nicht fortgeführten Bereichen im Zahlenwerk der Düsseldorfer.
Im Kleinwerte-Index SDAX ging es für Rocket Internet um 2,44 Prozent bergab. Analyst Lucas Boventer von Warburg Research sah darin aber keine Reaktion auf die „operativ sehr guten“ Zahlen der Start-up-Schmiede für das erste Quartal. Vielmehr würden nach einer starken Kurserholung nun Gewinne mitgenommen. Die Aktien des Ingenieur-Dienstleisters Bertrandt sanken nach unspektakulären Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr um 1,64 Prozent.
Der Solartechnikhersteller SMA Solar bekam indes Rückenwind durch eine Kooperation mit dem Energiekonzern MVV: Mit plus 4,81 Prozent eroberten die seit Jahresbeginn schwach gelaufenen Aktien die TecDAX-Spitze. SMA treibt mit der vereinbarten Partnerschaft zur Direktvermarktung von Solarstrom seinen Ausbau zum Energiedienstleister voran. Für die in keinem wichtigen Index gelisteten MVV-Titel ging es um 2,10 Prozent hoch.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA517 2017-05-31/18:27