Zürcher Börse schließt kaum verändert

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat mit seinen Kursgewinnen am Mittwoch die Verluste von Montag und Dienstag nicht ganz wet...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat mit seinen Kursgewinnen am Mittwoch die Verluste von Montag und Dienstag nicht ganz wettgemacht. Nach einem verhaltenen Start baute der SMI ab Mittag seine leichten Gewinne etwas aus - gestützt auf Inflationsdaten aus der Eurozone, welche eine Straffung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank in noch weitere Ferne rücken ließ. Getragen wurde der Gesamtmarkt dabei insbesondere von starken Novartis und Nestlé.

Am späteren Nachmittag büßte der SMI den Großteil der Gewinne aber wieder ein. Grund dafür waren überraschend schwache US-Konjunkturdaten. So hat sich das Geschäftsklima in der Region Chicago im Mai deutlicher verschlechtert als erwartet, es wurde der schwächste Wert seit Januar gemeldet. Und auch die Anzahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe überraschte negativ. Entsprechend starteten auch die US-Börsen mit Verlusten in die Sitzung. Am Abend wird in den USA noch der Konjunkturbericht „Beige Book“ der amerikanischen Notenbank veröffentlicht.

Der Swiss Market Index (SMI) zog schließlich noch um 0,10 Prozent auf 9.016,64 Punkte an. Der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent bei 10.248,87 Punkten, während der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, um 0,15 Prozent auf 1.416,71 Punkte zurückfiel.

Größte Gewinner waren Sika (plus 1,5 Prozent), welche sich damit nach einer Konsolidierungsphase über die vergangenen drei Wochen - und zuletzt belastet vom Abgang des Chef Richtung LafargeHolcim - wieder etwas nach oben orientieren.

Die positive Performance verdankte der Gesamtmarkt indes Novartis (plus 0,9 Prozent). Novartis will ab 2018 auf den Wachstumspfad zurückzukehren, wie es an einer Investoren-Veranstaltung in Boston hieß. Der Fokus werde dabei auf Innovation und Produktivität gelegt. Insgesamt zeigte sich Konzernchef Joe Jimenez bei einer Telefonkonferenz sehr optimistisch. Man werde an der Profitabilität arbeiten und die Margen verbessern. Deutlichere Kursgewinne verzeichneten noch Lindt&Sprüngli (plus 1,3 Prozent) oder Geberit (plus 0,9 Prozent).

Als Stütze erwiesen sich auch Nestlé (plus 0,4 Prozent), welche sich weiter nur knapp unter dem Allzeithoch von vergangener Woche bewegten. Allerdings gaben die Titel zum Handelsschluss wie viele andere Titel noch etwas nach. So fielen Roche GS (minus 0,3 Prozent) nach mehrheitlich freundlichem Verlauf noch unter den Vortagesschluss zurück.

Auf der Verliererseite fielen vor allem Vifor mit einem klaren Minus von 3,1 Prozent auf. Die Titel wurden von einer Abstufung durch die UBS auf „Neutral“ von „Buy“ und einem deutlich reduzierten Kursziel belastet.

Die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (minus 2,1 Prozent) setzten den Abwärtstrend des Vortages etwas verlangsamt fort. Die Titel waren am Dienstag nach der Zahlenvorlage noch um 8,0 Prozent eingebrochen. In der Folge haben nun diverse Banken ihre Kursziele oder Ratings gesenkt.

Credit Suisse (minus 1,2 Prozent) und UBS (minus 1,7 Prozent) verloren ebenfalls überdurchschnittlich. Die Bankentitel würden weiter durch Sorgen um die politische Situation in Italien und die Lage der italienischen Banken gedrückt, hieß es am Markt. Die UBS hat zudem die Verlagerung hunderter Stellen von Zürich nach Biel angekündigt, um Kosten zu sparen.

Zu den schwächeren Titeln gehörten weiter Clariant (minus 2,1 Prozent) und Lonza (minus 1,3 Prozent). Lonza hatte am Vorabend eine kleinere Akquisition angekündigt, was den Titel aber kaum bewegte.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA520 2017-05-31/18:33