Gabriel: Serbiens Politiker sind schuld an mangelnder EU-Euphorie
Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel gibt Politikern in den Westbalkan-Staaten die Schuld an der fehlenden EU-Begeis...
Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel gibt Politikern in den Westbalkan-Staaten die Schuld an der fehlenden EU-Begeisterung ihrer Bürger. An die Adresse der serbischen Regierung sagte er am Mittwoch in Berlin: „Umfragen zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung Serbiens immer noch glaubt, Russland sei der größte finanzielle Unterstützer ihres Landes“.
Das sei nicht erstaunlich, schließlich werde in Belgrad auf Plakaten überall die russisch-serbische Freundschaft gepriesen, sagte Gabriel offenbar in Anspielung auf Werbeplakate des russischen Gaskonzerns Gazprom. Die blau-gelben Farben der Europäische Union und Hinweise auf die von der EU geleistete Unterstützung suche man dagegen vergeblich.
Gabriel sagte - ohne Russland namentlich zu nennen - er sei besorgt darüber, dass „Staaten von außerhalb der Region versuchen, Einflusszonen wiederherzustellen“. Dies geschehe, „indem sie Nachbarn gegeneinander und gegen die EU aufbringen“, warnte er bei einer Südosteuropa-Konferenz des Aspen Instituts zur Lage im Westlichen Balkan.
Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Albanien, Kosovo und Serbien wollen in die EU. Die Beitrittsverhandlungen mit Serbien hatten im Jänner 2014 begonnen.