Helfer: Zentralafrika am wenigsten beachtete Flüchtlingskrise

Oslo/Bangui (APA/dpa) - Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik ist aus Sicht einer Hilfsorganisation die am meisten vernachlässig...

Oslo/Bangui (APA/dpa) - Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik ist aus Sicht einer Hilfsorganisation die am meisten vernachlässigte Flüchtlingskrise der Welt. „Jeder fünfte Zentralafrikaner ist aus seinem Zuhause vertrieben worden“, erklärte der Norwegian Refugee Council (NRC). Dennoch bekomme die Krise kaum mediale Aufmerksamkeit, sagte NRC-Leiter Jan Egeland am Donnerstag.

Es fehle zudem an den nötigen Hilfsmitteln. Auch die Krise in der Kasai-Region des Kongos, wo allein 2016 rund 900.000 Menschen geflohen seien, werde vernachlässigt.

Sechs der zehn am wenigsten beachteten Flüchtlingskrisen befinden sich nach Ansicht der Organisation in Afrika, darunter jene im Sudan, dem Südsudan sowie in Nigeria und in Somalia. Darüber hinaus würde die Lage der palästinensischen Flüchtlinge sowie der Vertriebenen im Jemen, in Myanmar und der Ukraine vernachlässigt. Der NRC zog demnach alle Krisen in Betracht, in Folge derer mehr als 100.000 Menschen in die Flucht getrieben wurden.

Die Zentralafrikanische Republik rutsche 2013 in einen Bürgerkrieg. Nach einer relativ friedlichen Zeit flammte die ethnisch und religiös motivierte Gewalt jüngst wieder auf. UN-Angaben zufolge sind etwa eine Millionen Menschen geflüchtet.