Saisonbilanz zum Finale kräftig aufgebessert
Mit 6,05 Mio. Nächtigungen schrammte der Bezirk Landeck knapp am Rekordwinter 2015/16 vorbei. Grund zum Jubeln sehen die Touristiker nicht.
Von Helmut Wenzel
Landeck –Stichtag 31. März: Touristiker im ganzen Bezirk mussten ein kräftiges Nächtigungsminus in der Zwischenbilanz einstecken. Man lag gegenüber dem Vorjahr um satte sechs Prozent zurück. Doch der April mit den relativ späten Osterferien hatte es in sich: Am Ende der Saison fehlten nur 0,5 Prozent auf das Rekordergebnis vom Winter 2015/16. Mit 6,05 Millionen Übernachtungen erzielte Tirols tourismusintensivster Bezirk das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten.
Im Ranking der Tiroler Bezirke bleibt Landeck die klare Nummer eins vor Schwaz (5,2 Mio. Nächtigungen) und Imst (4 Mio.). Am Ende der Tabelle sind Innsbruck-Stadt (700.000), Lienz (800.000) und Reutte (1,6 Mio.) zu finden.
Seit Jahren die Nummer eins im Bezirk ist Ischgl, 1,4 Mio. Übernachungen bedeuten diesmal ein Plus von 1,4 Prozent. Auch Kronprinz St. Anton konnte zulegen – auf 1,03 Mio. Nächtigungen oder plus 1,5 Prozent. Ein Minus musste hingegen das Sonnenplateau einstecken: Serfaus -1,4 Prozent, Fiss -4,1 Prozent und Ladis -1,2 Prozent. Die Bezirksstadt Landeck schrumpfte um zwei Prozent, Zams um 2,1 Prozent.
Trotzdem waren noch nie so viele Urlauber im Bezirk: Mit 1,2 Millionen Ankünften konnte der Gästerekord aus dem Vorjahr um 1,6 Prozent übertroffen werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 5,1 Tagen, ein geringfügiges Minus gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem sehen die Funktionäre keinen Grund zum Jubeln. „Die Belastungen für die Betriebe steigen weiter, der Bogen reicht von der Allergenverordnung bis zur Nährwertkennzeichnung und Mehrwertsteuer-Erhöhung“, resümierten kürzlich Bezirkssprecher Alexander von der Thannen und sein Imster Kollege Edmund Auer. Eine Kehrtwende sei dringend nötig. Trotzdem werten beide die jüngsten Ziffern „als ein positives Signal“.
Frühzeitige Resümees zum Verlauf der Saison halten die Bezirkssprecher für kontraproduktiv. „Abgerechnet wird am Schluss“, plädierte Von der Thannen. „Hier ist vor allem die Tirol Werbung gefordert. Die Präsentation von Zwischenbilanzen oder Prognosen erzeugt Druck und sorgt für schlechte Stimmung.“