,,Manche werden wohl nie gefunden“: Kabul identifiziert Anschlagsopfer
90 Tote und 460 Verletzte forderte einer der schwersten Anschläge der letzten Jahre in der afghanischen Hauptstadt. Immer noch ist unklar, wer dafür verantwortlich ist.
Kabul – Nach einem der schwersten Anschläge in Afghanistan seit Beginn der internationalen Intervention im Jahr 2001 mit mindestens 90 Toten und rund 460 Verletzten gehen in der Hauptstadt Kabul die Identifizierung der Opfer und Ermittlungen zu den Tätern weiter.
Die in einem Wassertanker versteckte Bombe war am Mittwochmorgen an einer belebten Straße in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft explodiert, hatte die Straße verwüstet und das Botschaftshaus schwer beschädigt.
Leichen nicht identifizierbar
„Bisher haben wir die gleiche Totenzahl wie gestern“, sagte der Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums, Mohammed Ismail Kawusi, am Donnerstag. Es gebe aber Hinweise auf weitere Opfer. „Wir glauben, dass manche Menschen niemals gefunden werden, weil die Explosion sie in zu kleine Stücke gerissen hat.“ Manche der Leichen seien kaum zu identifizieren. „Es ist einfach furchtbar.“
Eine offene Frage ist, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Der afghanische Geheimdienst NDS hatte in der Nacht eine Stellungnahme veröffentlicht, wonach der Anschlag vom Haqqani-Netzwerk (Hakkani) geplant und mithilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI ausgeführt worden sei. Das Haqqani-Netzwek ist eine besonders brutale afghanische Aufständischengruppe, die eng mit den radikalislamischen Taliban zusammenarbeitet. Afghanistan wirft Pakistan seit Jahren vor, die Haqqanis und die Taliban zu unterstützen. Beweise legte der NDS zunächst nicht vor. Die Taliban sagen, sie seien es nicht gewesen. (APA/dpa)