Beschäftigungsbonus - Zeitpunkt für IHS-Chef „nicht ganz optimal“
Wien (APA) - Der geplante Beschäftigungsbonus, der ab Juli für neu eingestellte Mitarbeiter die Lohnnebenkosten um die Hälfte senken soll, k...
Wien (APA) - Der geplante Beschäftigungsbonus, der ab Juli für neu eingestellte Mitarbeiter die Lohnnebenkosten um die Hälfte senken soll, kommt nach Meinung von IHS-Chef Martin Kocher zu einem „nicht ganz optimalen Zeitpunkt“. Im Ö1-Morgenjournal bejahte er die Frage, ob man damit angesichts der guten Konjunktur nicht womöglich Unternehmen Geld nachwerfe für Personal, das sie ohnehin einstellen.
„Das ist genau das Problem“, meinte der Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS) am Donnerstag im ORF-Radio und verwies auf das bekannte Phänomen von Mitnahmeeffekten: „Die könnten in einer starken Konjunktur sehr groß sein, weil ohnehin zusätzliche Arbeitsplätze entstehen - und die werden mitgefördert.“
Die Intention, dass Lohnnebenkosten gesenkt werden, begrüße man grundsätzlich, so Kocher. Doch sei schwer abzuschätzen, was der Beschäftigungsbonus bringen könne, „weil die Mitnahmeeffekte eben schwer abschätzbar sind. Wir rechnen mit einigen Zehntausend, wie viel genau kann man schwer sagen.“ Noch unter dem früheren Wirtschaftsminister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) war erklärt worden, dass durch die Neuregelung über drei Jahre 160.000 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen werden könnten.