Deutschland

„Rock am Ring“ mit Rammstein, Gewittergefahr und 1200 Polizisten

Avenged Sevenfold beim "Rock im Park" 2014.
© APA/dpa

Die Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ locken am Wochenende Zehntausende Musikbegeisterte an. Angesichts des jüngsten Terroranschlages in Manchester sind die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Man müsse von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ ausgehen.

Von Jens Albes und Peter Zschunke, dpa

Nürburg – Rammstein, die Toten Hosen und System Of A Down, Unwettergefahr, strenge Sicherheitskontrollen und über 1200 Polizisten - all dies erwartet die Besucher des Festivals „Rock am Ring“. Am Pfingstwochenende rocken rund 85 Bands auf vier Bühnen den Nürburgring in der Eifel. Das wohl bekannteste Rockfestival Deutschlands ist laut den Veranstaltern nahezu ausverkauft.

Fast 87.000 Fans aus dem In- und Ausland werden erwartet. Beim gleichzeitigen Zwillingsfestival „Rock im Park“ mit denselben Bands in Nürnberg mit fast 80.000 Besuchern gebe es gar keine Tickets mehr. „Rock am Ring“ kehrt in seiner 31. Auflage an den legendären Nürburgring zurück, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. 2015 war das Musikspektakel nach einem Kostenstreit mit den damaligen Eigentümern der Rennstrecke zum rund 30 Kilometer entfernten Flugplatz Mendig ausgewichen. Doch dort wurden laut Veranstalter die Umweltauflagen zu teuer.

Gewitter vorhergesagt

Am Nürburgring, wo „Rock am Ring“ bereits 1985 erstmals über die Bühne gegangen ist, haben sich nun auch Marteria, Broilers, Beginner, Bastille, Beatsteaks, Kraftklub, Liam Gallagher, Donots, Macklemore & Ryan Lewis, Kaiser Franz Josef und 2 Cellos angesagt. Am Freitag und Samstag sollen die Lautsprechertürme bis 3.00 Uhr morgens wummern. Aus meteorologischer Sicht sollten sich die Festivalbesucher jedenfalls gut anziehen, werden doch für Freitag und Samstag Gewitter vorhergesagt.

Das Wetter verhagelte 2016 zahlreichen Besuchern des "Rock-am-Ring"-Festivals die Stimmung. Bei Blitzeinschlägen gab es Dutzende Verletzte.
© APA/AFP/dpa/THOMAS FREY

Auf der ebenen Fläche des Flugplatzes Mendig hat das Festival in den vergangenen zwei Jahren nicht nur mit Musik, sondern auch mit Blitzschlägen und vielen Verletzten Schlagzeilen gemacht. Der Nürburgring gilt mit seinen Gebäuden und Hügeln bei Gewittern als etwas weniger gefährdet. Zudem haben die Veranstalter nun nach eigenen Angaben auf den dortigen Campingflächen hohe Blitzableiter in die Erde rammen lassen, die im Umkreis von 20 Metern Besuchern Schutz bieten sollen. Die sichersten Orte bei Gewittern seien Autos: „Besucher, die freie Plätze in den Fahrzeugen haben, sollen dies mit angeschaltetem Warnblinker signalisieren.“

Die Veranstalter kündigen angesichts des jüngsten Terroranschlags auf ein Popkonzert in Manchester „gründliche Einlasskontrollen und Bodychecks“ in der Eifel an. Taschen und Rucksäcke seien auf dem eigentlichen Festivalgelände untersagt. „Alle Besucher werden um erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gebeten“, heißt es weiter.

1200 Polizisten am Nürburgring

Zudem sollen mehr als 1200 Polizeibeamte am Nürburgring präsent sein, wie der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Mittwoch im Landtag in Mainz mitteilt. Geplant sei neben einer Wache vor Ort auch der Einsatz von Zivilbeamten. Ziel sei nicht nur die Eindämmung von Straftaten, sondern auch der „Schutz der Veranstaltung vor Gefahren von außen“. Die Sicherheitsbehörden in Rheinland-Pfalz müssten weiter von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ ausgehen, „die sich jederzeit in Form von Anschlägen realisieren kann“. (APA/dpa)